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«Unser Publikum ist auf Youtube zu Hause»

Endlich! Erfolgreich im Job, happy in der Beziehung – und jetzt: die erste eigene Wohnung. Für Eveline beginnt das Abenteuer Unabhängigkeit. Und alles läuft nach Plan. Wären da nicht dieses Haus und die neuen Nachbarn ... Adrian Spring, Autor und Produzent der neuen Webserie «Nr. 47», übers Sofa-Schleppen, modernen Medienkonsum und die richtigen Prioritäten.

Adrian Spring, welche Geschichte erzählt «Nr. 47»?
«Nr. 47» ist eine Produktion aus dem Bereich Junge Zielgruppen. Sie zeigt den Alltag und die inneren Konflikte von jungen Erwachsenen, die den Sprung ins Leben wagen. Im Zentrum der ersten Staffel steht Eveline. Sie halst sich immer zu viel auf und stellt die Bedürfnisse anderer meistens über die eigenen. Jetzt zieht sie in ihre erste eigene Wohnung. Hier hat sie allein das Sagen. Doch als Eveline ihre Nachbarn Dominic, Kuzey und Sophie kennenlernt, scheint ihr Leben aus den Fugen zu geraten.

Die Story stammt aus deiner Feder. Welche Absicht steckt dahinter?
Mir war es extrem wichtig, eine authentische Geschichte zu erzählen, die es so überall in der Schweiz geben könnte. Gespräche mit Jugendlichen zeigten mir, dass diese heute unter enormem Druck stehen. Sie wollen es allen recht machen und hören dabei nicht mehr auf sich selbst. Auf Dauer geht das nicht gut.

«Wer, wenn nicht SRF, kann diesen Talenten der Branche eine geeignete Plattform bieten?»

Als Autor und Produzent der Serie trägst du die gesamte Projektverantwortung.
Ich bin sozusagen der Advokat der Geschichte und ihrer Figuren. Die grossen Entscheidungen – sei es das Casting, die Proben, die Location oder den Schnitt betreffend – habe ich jeweils gemeinsam mit der Regie gefällt. Beim Dreh nahm ich mich zwar zurück, war aber immer da, um Fragen zu beantworten. Und da wir ein kleines Team von nur 15 Crewmitgliedern waren, kamen meine zwei helfenden Hände oft auch gelegen. Etwa beim Sofa-Schleppen oder Schneeschaufeln.

Neben der Grösse besticht auch die Zusammensetzung des Teams: Alle Jobs und Rollen werden vom Nachwuchs der Schweizer Filmszene übernommen. Wieso?
«Nr. 47» soll neuen Talenten eine Chance geben. Sprich: Die Leute durften zum Projektstart maximal dreissig Jahre alt sein. Ich bin überzeugt: In der Serie spürt man, dass sie von Menschen gemacht wurde, die nahe an der Geschichte dran sind. Selbst die Musik stammt von Nachwuchskünstlern aus der Schweiz. Ich finde das extrem wichtig, denn: Wer, wenn nicht SRF, kann diesen Talenten der Branche eine geeignete Plattform bieten?

Einzig auf Jungtalente zu setzen bringt sicherlich auch Herausforderungen mit sich.
Das stimmt. Für die erste Staffel hatten wir lediglich 17 Drehtage zur Verfügung. Aber für alle Beteiligten waren sie das bis dato grösste Projekt. Wir wussten also vorher nicht zu 100 Prozent, wie gut die Leute dann im Ernstfall sind. Zum Beispiel unsere Ausstatterin: 25 Jahre alt, Quereinsteigerin, bisher nicht viel Erfahrung. Aber ihre Motivation passte genau ins Team und sie lieferte fantastische Arbeit.

«Nr. 47» wurde primär fürs Web produziert. Warum?
Sind wir ehrlich: Die wenigsten 20-Jährigen schalten heute den Fernseher ein, um auf SRF gezielt eine Serie zu sehen. Sie konsumieren Netflix, Youtube und Co. Deshalb haben wir bewusst entschieden: Wir wollen die Leute nicht zu uns holen, sondern zu ihnen gehen. Und unser Publikum ist auf Youtube zu Hause.

Obwohl Webserien bei SRF eigentlich nichts Neues sind.
Ja, es gab vorher schon Webserien wie «Güsel» und «Roiber & Poli» oder die Zambo-Serie «Tilt». All diese waren aber auf eine befristete, kurze Erzählweise angelegt. Unsere Pläne für «Nr. 47» gehen weit in die Zukunft, sofern es der Erfolg zulässt. Deshalb laufen derzeit bereits die Castings für die zweite Staffel.

Diese Frage brennt mir schon lange unter den Nägeln: Warum ist es gerade die Nummer 47?
Lustigerweise wurde ich das noch nicht so oft gefragt. Die Zahl 47 war ein Easter Egg in meiner ersten grossen Serienliebe «Alias». Sie ist immer wieder aufgetaucht, zum Beispiel als Türnummer oder Seitennummer. Als ich dann meine eigene Produktion betiteln durfte, fand ich es sehr passend, damit eine kleine Hommage an diese Serie zu liefern.

Dann steckt in der Geschichte vielleicht auch eine Prise Autobiografisches?
Nein, nicht direkt. Obwohl ich persönlich einige Leute kenne, die in genauso einen Strudel geraten sind wie Eveline. Ich habe mir vor einiger Zeit bewusst gesagt, dass ich nur noch machen will, wohinter ich vollkommen stehen kann. Das Leben ist zu kurz für den Rest.


Am Montag, 14. Mai, ist die erste Episode von «Nr. 47» auf der Webseite von SRF Virus sowie auf dem Youtube-Channel von «Nr. 47» zu sehen.


Während vier Wochen sind ab 14. Mai 2018 von Montag bis Freitag jeweils ab 18 Uhr neue Episoden auf Youtube und srfvirus.ch zu sehen. Samstags gibt es die offizielle Doku zur Serie und sonntags um 11 Uhr die einzelnen Episoden als Langfolge (à circa 25 Minuten) zusammengefasst. Zusätzlich laufen die vier Langfolgen auch am TV: am Mittwoch, 13. Juni 2018, ab 20.10 Uhr auf SRF zwei. Die zweite Staffel folgt im Herbst 2018.


Text: SRF/Tabea Mägli

Bild: SRF/Naomi Wirth

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