Monika Knill: «Es steht nicht überall SRG drauf, wo SRG drin ist»
In der Rubrik «Carte blanche» haben Autor:innen die Möglichkeit, über ein Thema zu schreiben, welches ihnen persönlich am Herzen liegt. Dieses Mal kommt Monika Knill, Präsidentin der SRG Ostschweiz, zu Wort.
Monika Knill präsidiert seit dem 1. Januar 2026 die SRG Ostschweiz.
«Gelegentlich höre ich, aktuell auch mit Blick auf die Halbierungsinitiative, die Aussage: ‹Ich schaue kein SRF-TV und höre nur Privatradios.› Meine Antwort: ‹Auch du konsumierst regelmässig SRG-Angebote, aber du merkst es vielleicht gar nicht.› Deshalb treibt mich die Frage um, wo wie viel SRG drinsteckt, wir es aber gar nicht wissen.
Zum Beispiel: Kürzlich wurde in unserer Schulgemeinde der Kinofilm ‹Friedas Fall› gezeigt. Im Film steckt viel SRG, da es eine Koproduktion von SRF ist. Im Zugabteil schaut mein Nachbar die News eines Onlinekanals. Die Meldungen beinhalten teilweise Quellenangaben, etwa Keystone-SDA. Und schon wieder ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ‹SRG drin›, weil Unternehmenseinheiten der SRG eine enge Zusammenarbeit mit Keystone-SDA haben und gemeinsam produzieren. Unser täglicher Medienkonsum beinhaltet viel SRG, ohne dass wir es immer merken. Sei dies in journalistischen Recherchen, Auslandskorrespondenzen oder anderweitiger Medienarbeit. Auch als Mitglied der SRG Ostschweiz wurde ich gefragt, was ich denn davon hätte. Für mich zählt nicht der individuelle Benefit, sondern der regionale Gesamtwert und ein solidarisches Bekenntnis zur SRG mit ihren vielschichtigen Aufgaben.
Die gesellschaftlichen Werte – dazu zählen insbesondere die Errungenschaften unserer viersprachigen Willensnation Schweiz – haben Plätze eingebüsst. Ich erachte es als meine Pflicht, nicht nur am 1. August die gesellschaftlichen Werte und was uns zusammenhält, zu betonen, sondern auch an den 364 Tagen dazwischen eigenverantwortlich vorzuleben. Zum gesellschaftlichen Fundament unserer Schweiz trägt auch eine starke SRG bei – und im Kleinen meine regionale SRG-Ostschweiz-Mitgliedschaft.»
Näher dran mit dem Mitgliedermagazin
Dieser Text erschien zuerst im «LINK», dem Magazin für alle Deutschschweizer Mitglieder der SRG. Sie interessieren sich für die Entwicklungen in der Schweizer Medienlandschaft, in der SRG und deren Unternehmenseinheiten? Mit «LINK» erhalten Sie fünf Mal jährlich spannende Beiträge zu den Entwicklungen im Journalismus, über den medialen Service public und die Menschen dahinter.
Jetzt Mitglied werden