Sport und Medien: «Niemand kann das besser als die SRG»
Ob Eishockey, Rollstuhl-Marathon oder Ski Alpin: Die Schweiz gehört sportlich zur Weltspitze. Doch für eine funktionierende und brillierende Sportlandschaft ist Öffentlichkeit zentral für Sponsoring und Nachwuchsarbeit. Und was der Sport zurückgibt, sind gemeinsame, emotionale Momente, die uns als Gesellschaft zusammenbringen.
Susy Schär kennt den Schweizer Sport bestens. Die ehemalige Sportchefin von Radio DRS und heutige Vizepräsidentin der Stiftung Sportförderung Schweiz sagt: «Die Qualität im Sportjournalismus generell hat in den letzten Jahren wahnsinnig abgenommen. Ich mache mir fast ein wenig Sorgen.» Auch die Gründe nennt die Sportexpertin: «Wir wissen alle, unter welchem Kostendruck die Medien sind – egal ob SRG oder die Zeitungen.»
«Sport muss Visibilität haben, sichtbar sein. Dadurch hat er Sponsoren, Vorbilder und Nachwuchs – dadurch können die Vereine weiterleben. Ohne SRG würde es nicht gehen im Schweizer Sport. Wenn die SRG geschwächt wird, hat das katastrophale Auswirkungen auf den Schweizer Sport – insbesondere die kleineren Sportarten, die nur während den Olympischen Spielen, Schweizer- oder Europameisterschaften in den Medien sichtbar sind. Wenn das alles nicht mehr ist, geht vieles kaputt.»
Roger Schnegg, Direktor Swiss Olympics und ehemaliger Spitzensportler, pflichtet Susy Schaer bei: «Sichtbarkeit ist extrem wichtig und das kann niemand besser als die SRG.» Für ihn sieht die Zukunft des Schweizer Sports erfolgreich aus: «Ich bin überzeugt, dass es immer mehr Topathlet:innen geben wird, die in immer mehr Sportarten auch international erfolgreich sein werden.» Eine Schwächung des medialen Service public wäre langfristig ein grosser Nachteil für den Schweizer Sport, so Schnegg: «Einerseits für die Athlet:innen, aber Insbesondere auch für die Veranstalter von Grossevents.»
Für die Sportberichterstattung der Zukunft wünscht sich Schnegg, dass diese eher aus- statt abgebaut wird: «Ich würde mir wünschen, dass noch mehr geht. Es ist gut wie es ist, aber es darf nicht schlechter werden.
«Das Schaufenster Paralympics ist für uns entscheidend, um den Sport weiterzubringen», sagt der zweifache Paralympics-Sieger im Monoski Christoph Kunz. Der Parasport gehört zu jenen Disziplinen, die sich in den letzten Jahren stark verändert haben, auch dank den Medien. Kunz: «Es hat sich stark professionalisiert, sowohl medial als auch sportlich. Wir hoffen, diese Entwicklung geht weiter und wir weiterhin Schritt halten können.»
Kunz begleitet heute als SRF-Experte den Parasport am Mikrofon. Er sagt: «Ich habe viele positive Rückmeldungen auf meine Einsätze für das Fernsehen erhalten, weil ich die Athlet:innenperspektive hineinbringen kann. Es ist beispielsweise schwierig, die Unterschiede der verschiedenen Klassifizierungen und Kategorien des Parasports zu verstehen. Hier ist es wichtig, das für das Publikum gut zu erklären.»
Und wie viele Medaillen gewinnt die Schweiz an den diesjährigen Paralympics? «Die Prognose ist schwierig!», sagt Kunz und ergänzt: «Vier Medaillen wären optimal, weniger wären auch gut und mehr nehmen wir sowieso.»