Susanne Wille: «Qualität ist nicht verhandelbar»
Es war keine einfache Ausgangslage, um die Führung der SRG zu übernehmen: Generaldirektorin Susanne Wille blickt zurück auf ihr erstes Jahr im Amt, das von Umbau, Sparrunden und der Halbierungsinitiative geprägt war – aber auch von journalistischen Höhepunkten.
Susanne Wille, Sie sind seit einem Jahr Generaldirektorin der SRG. Wie fühlen Sie sich?
Es geht mir gut. Jeden Morgen rolle ich die Ärmel hoch und bin mitten in der Arbeit. Ich bin derzeit weit davon entfernt, Bilanz zu ziehen. Ich habe von Anfang an gewusst, dass diese Rolle vieles vereint, das ich gern mache: Medien, Journalismus, Strategie, Politik, Digitalisierung. Ich mag diese Aufgabe, auch wenn sie in einem höchst anspruchsvollen Umfeld stattfindet. Ein grosses Thema ist für mich dabei, wie es den Mitarbeitenden geht, bei denen mit der Transformation, der politischen Situation und dem Tagesgeschäft wirklich viel zusammenkommt.
Bevor wir übers Sparen sprechen: Was waren Ihre Highlights?
Wenn wir uns das Programm anschauen, hat sich dieses Jahr in allen Regionen viel getan. Es gab neue Formate, neue Sendungen, RSI hat zum Beispiel mit «Prima Ora» den Vorabend neu konzipiert. Ich denke aber auch ans Eidgenössische Schwingfest, wo Millionen von Menschen den Schlussgang geschaut haben, oder eine Frauen-Fussball-EM mit 2,7 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern. Wir sehen, dass das tägliche Programm im Herzen der Leute ist. Beim Programm denke ich auch an Play+, die Live- und Streamingplattform, die dereinst alle Video- und Audio-Inhalte der SRG vereinen wird. Es ist wichtig, zu zeigen, dass wir uns für eine Zukunftsperspektive des Service public engagieren. Denn diese Plattform soll ein neues, digitales Zuhause für die Menschen in der Schweiz werden.
Auch das ist ein Highlight für mich: dass wir mit dem Transformationsprozess «Enavant» nun auf dem Weg sind, die SRG neu aufzustellen und eine Bewegung im Unternehmen haben. Politisch war für mich wichtig, die Unterstützung der SRG nicht nur im Parlament zu sehen, sondern auch im Sport, der Kultur, in Bergregionen, Städten und Kantonen.
Es gab auch viele negative Ankündigungen; Sparmassnahmen, gestrichene Sendungen, Stellenabbau… Man hat das Gefühl, kein Stein sei auf dem anderen geblieben. Wurden die Mit arbeitenden nicht ein wenig überfahren?
Ich habe von Anfang an gesagt, dass mir wichtig ist, klar und transparent zu sein – das ist einer meiner Führungsgrundsätze. Darum habe ich mich entschieden, vom ersten Tag an ehrlich zu sagen, was auf uns zukommt durch den Entscheid des Bundesrats, die Medienabgabe auf 300 Franken zu senken: Zusammen mit teuerungsbedingten Kosten und dem Rückgang der kommerziellen Einnahmen bedeutet das Einsparungen von geschätzten 17 Prozent des Budgets. Ich habe aber auch klar gesagt, wie wir damit umgehen, wie wir mit «Enavant» nicht nur sparen, sondern auch die SRG neu bauen, dass wir zuerst die Organisationsstrukturen hinterfragen.
Für die Mitarbeitenden ist die Lage anspruchsvoll. Ich habe grössten Respekt vor dem, was jeden Tag im Programm geleistet wird. Kürzlich war ich in Ecublens bei Lausanne, als ein neuer Produktionsstandort von RTS in Betrieb genommen wurde – diese Energie zu sehen, die Identifikation mit der Arbeit und dem Unternehmen, das beeindruckt und bestärkt mich. Es ist für alle herausfordernd, umso wichtiger ist, zu wissen, wohin die Reise geht und welche Perspektiven wir haben. Ich habe daher auch von Anfang an drei Prioritäten gesetzt: das Programm, die Politik und die Transformation. Entlang dieser Prioritäten arbeiten wir.
«Play+ soll ein neues, digitales Zuhause für die Menschen in der Schweiz werden.»
Man merkt, die Stimmung ist angespannt. Was bedrückt die Mitarbeitenden am meisten?
Wir investieren viel darin, die Transformation zu erklären, damit auch verstanden wird, warum wir uns als SRG verändern müssen. Viele Rückmeldungen zeigen, dass dieses Verständnis auch da ist. Wichtig ist, dass wir eine Perspektive geben können, wie wir als SRG stark bleiben. Würden wir den Sparauftrag von rund 270 Millionen Franken wie bis anhin auf die einzelnen Sprachregionen RTS, SRF, RSI und RTR verteilen, wäre das ein zu grosser Einschnitt und hätte direkt das Programm getroffen. Darum stellen wir uns auch neu auf. Das ist wie eine Uhr: Wir nehmen alle Einzelteile auseinander und setzen sie neu zusammen. Es bleibt aber eine Uhr. Wir wollen weiterhin ein Medienhaus bleiben, das die Menschen im Alltag begleitet und mit der Zeit geht.
Die Halbierungsinitiative, über die wir im März abstimmen, hängt gleichzeitig wie ein Damoklesschwert über dem ganzen Haus. Wie gehen Sie damit um?
Jeden Tag machen wir ein gutes Programm, in hoher Qualität, in allen vier Sprachregionen der Schweiz. Mit unseren verlässlichen, vertrauenswürdigen Inhalten leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Meinungsbildung und zur Demokratie in diesem Land. Dieser Tatbeweis allein genügt aber im Vorfeld der Abstimmung nicht. Wir müssen erklären, dass die SRG ja allen gehört und dass damit auch alle Menschen solidarisch dazu beitragen, dass alle Schweizerinnen und Schweizer, egal, ob in der Stadt oder im abgelegenen Bergtal, egal, ob auf Deutsch oder Rätoromanisch, den gleichen Zugang zu Schweizer News, zu Sport, zu Kultur und zu Unterhaltung haben. Wir stehen ein für die Vielfalt der Schweiz und den Zusammenhalt innerhalb unseres Landes.
Der Druck ist hoch.
Diese Zeit vor der Abstimmung ist eine intensive Zeit, aber es gehört zu unserer Demokratie, dass wir uns mit allen Themen befassen. Von meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland werde ich oft gefragt, ob es nicht anstrengend ist, in der Schweiz ein öffentliches Medienhaus zu leiten. Ja, es ist intensiv, aber ich möchte das nicht anders. Ich will in den Dialog treten und aufzeigen, was der Wert der SRG ist.
«Die Behauptung, die Halbierungsinitiative sei ein Sparprogramm, ist unehrlich und falsch.»
Was würde eine Annahme der Initiative für die SRG bedeuten? Würden noch mehr Sendungen gestrichen?
Ich wehre mich gegen die Behauptung, die Initiative sei ein Sparprogramm. Das ist unehrlich und falsch. Denn ein halbiertes Budget bedeutet das Ende der SRG in ihrer heutigen Form; das Ende einer regional verankerten SRG, die nah bei den Leuten ist und die für die Vielfalt der Schweiz steht. Es geht um viel mehr als um das Ende von einzelnen Sendungen – es geht um die Frage, in welcher Schweiz wir zu Hause sein wollen.
Gefährdet ist eine verlässliche Informationsgrundversorgung im ganzen Land und in vier Sprachen. Wenn man die Hälfte des Budgets einsparen muss, geht man in die grossen Kostenblöcke, und das sind die Fixkosten. Das heisst, es gäbe eine Zentralisierung, wir könnten uns die regionalen Standorte nicht mehr leisten. Es würde auch bedeuten, dass wir nicht mehr ein umfassendes Programm machen könnten – weniger Publikumssendungen, weniger grosse Sportveranstaltungen, weniger Volkssport, weniger Kultur und Kulturförderung. Und es stimmt auch einfach nicht, dass es genügen würde, einzig und allein Information zu senden. Denn ohne Programme, welche die Menschen zusammenbringen, also Sport, Kultur, Unterhaltung, können wir unseren Auftrag aus der Konzession nicht erfüllen. Vor allem aber haben wir gar nicht genügend Reichweite, um alle Menschen in der Schweiz mit Informationen zu versorgen. Die Halbierung der SRG würde etwas zerstören, was zu einer verlässlichen, vielfältigen Schweiz gehört. Und dies ausgerechnet in einer Zeit, in der es auch darum geht, mit verlässlichen Informationen unabhängig zu bleiben. Unabhängige Medien sind Teil einer unabhängigen Schweiz.
Sie mussten bereits als Kulturchefin Sparmassnahmen durchführen. Welche Erfahrungen können Sie von dort mitnehmen?
Wenn man einem Publikum eine Sendung wegnimmt, die es gern hat, dann wird das kritisiert, auch wenn es gute Gründe dafür gibt. Dafür habe ich Verständnis. Wir haben damals schwierige Entscheidungen getroffen. Wir werden in der SRG auch weiterhin schwierige Entscheidungen treffen müssen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, wie zentral es ist, Entscheidungen wie das Einstellen einer Sendung mit einem strategischen Gedanken zu verbinden. Wie gelingt es uns, ein Themenfeld auf neue Art zu stärken, obwohl wir sparen müssen?
Wenn man einen Gedanken verknüpft mit etwas, was in die Zukunft gerichtet ist, können dadurch auch Chancen entstehen. Ein Beispiel: Als wir damals Religionssendungen einstellen mussten, gab es grossen Widerstand. Wir haben uns dann entschieden, Philosophie und Religion ein gemeinsames Gefäss zu geben, in dem es um grosse Lebensfragen geht – und konnten damit ein neues Publikum erreichen. Aber nochmals: Die Halbierungsinitiative ist eine ganz andere Dimension. Hier geht es nicht ums Sparen. Sie will der SRG 800 Millionen Franken entziehen. Das ist die Demontage unseres im Land verankerten, unabhängigen Medienhauses.
Gibt es einen Plan B für den Fall, dass die Initiative durchkommt?
Im Transformationsprojekt «Enavant» ist die Halbierungsinitiative nicht mit einkalkuliert. Mit «Enavant» werden wir schlanker, digitaler, beweglicher, effizienter. Das verlangt derzeit unsere volle Aufmerksamkeit, denn wir haben sehr wenig Zeit dafür. Wir müssen bereit sein für den ersten Schritt der vom Bundesrat beschlossenen Gebührensenkung, der schon 2027 kommt. Mit der Annahme der Halbierungsinitiative wäre die Ausgangslage völlig neu. Gerade die Verankerung in den Regionen, welche die SRG ausmacht und die wir mit «Enavant» weiterhin sicherstellen können, wäre in dieser Form nicht mehr möglich. Die Initiative greift damit die SRG und ihre wichtige Rolle für den Zusammenhalt in der Schweiz und für die demokratische Meinungsbildung an. Die Halbierung der SRG ist für mich eine Grenze, die nicht überschritten werden darf.
Die SRG darf keine Kampagne machen, obwohl sie von der Abstimmung selbst betroffen ist. Was bedeutet das für das Haus?
Es gibt Journalistinnen und Journalisten, die sich trotzdem äussern wollen, eben weil sie betroffen sind. Wir haben klare publizistische Leitlinien. Die Unabhängigkeit steht über allem. Das heisst, wir müssen auf Distanz gehen, auch wenn wir selbst betroffen sind. Wir machen keine Kampagnen, verwenden kein Gebührengeld für die Kampagnen anderer, und wir verhalten uns nicht aktivistisch. Das heisst aber nicht, dass wir nicht für die SRG einstehen. Wenn zum Beispiel etwas behauptet wird, was nicht stimmt, stellen wir das richtig.
Wichtig ist auch, dass wir aufzeigen, was wir machen. Letztens habe ich einen LinkedIn-Post von Etienne Hurter aus der Sportproduktion entdeckt. Er hat erklärt, was es bedeutet, in einer Regie zu sitzen, wenn das Lauberhornrennen oder ein Fussballmatch läuft. Das ist wichtig. Ich sage überall: Wir müssen das Handwerk erklären, was dahintersteht, was es bedeutet, journalistisch zu arbeiten. Das wird künftig noch wichtiger werden.
Sie haben es erwähnt, derzeit ist «Enavant» das wichtigste Projekt. Wo liegt dabei die grösste Baustelle?
Die grösste Herausforderung ist die Gleichzeitigkeit: Täglich ein starkes und gutes Programm zu machen, dabei das Unternehmen von Grund auf neu zu bauen – und gleichzeitig in einem politischen Prozess zu sein. Eine zweite Herausforderung ist, zum ersten Mal in dieser Form über die Regionen hinweg zusammenzuarbeiten. Es ist aber auch schön, zu sehen, was das bewirkt. Ich erhalte viele Rückmeldungen von Mitarbeitenden, die sagen, dass sie gar nicht wussten, wie viele tolle Leute in den jeweils anderen Sprachregionen arbeiten. Das Unternehmen lernt sich selbst besser kennen. Die dritte Herausforderung ist, gute Lösungen zu finden, um das Sparziel zu erreichen, gleichzeitig aber auch die richtigen Weichen zu stellen, um auch in Zukunft ein starkes Programm für alle Menschen in dieser Schweiz bieten zu können.
Eines der Ziele ist, dass die SRG digitaler werden soll. Hat sie das in den letzten Jahren verschlafen?
Wir sind heute schon digital, aber wir müssen besser werden. Es braucht aber Beidhändigkeit. Wir müssen starkes Fernsehen und Radio machen. Ich schaue auch regelmässig die Quoten an und sehe, dass etwa die Nachrichtensendungen ein extrem starkes, treues Publikum haben. Das müssen wir bewahren und behalten. Wir müssen uns aber, weil die Nutzung der klassischen Kanäle rückläufig ist, für die digitale Nutzung noch viel besser aufstellen und investieren. Die dezentralen und weitgehend autonomen Strukturen haben die SRG lange stark gemacht. Doch sie sind nicht für eine Zeit geschaffen, in der Entscheide sehr schnell getroffen werden, in der das Unternehmen schon aus strategischer Sicht sehr beweglich sein muss.
Zum Beispiel: Heute arbeiten die Sprachregionen SRF, RTS, RSI und RTR zum Teil mit unterschiedlichen Zielgruppen oder Messgrössen. Hier müssen wir als Medienhaus näher zusammenrücken. Oder: Wir messen dem Digitalen auf strategischer Ebene höhere Bedeutung bei, indem Play+ hier verankert ist – schliesslich gehen wir davon aus, dass bis ins Jahr 2030 bis zu 75 Prozent der Mediennutzung digital stattfinden wird. Play+ soll nicht ein Kanal werden, auf den einfach Sendungen hochgeladen werden. Diese Plattform müssen wir als neue digitale Heimat gemeinsam bauen und mit den richtigen Inhalten bespielen, damit der Service public weiterhin in der digitalen Welt Bestand hat.
«Die SRG ist stark, weil sie nah bei den Leuten ist.»
Wie kann man bei so vielen Veränderungen das Vertrauen der Bevölkerung aufrechterhalten?
Es ist eine Herausforderung, das Vertrauen zu behalten und gleichzeitig abbauen zu müssen. Da komme ich zurück zum Anfang: Indem wir transparent sind. Wir sagen, was der politische Sparauftrag ist und wie wir ihn umsetzen. Wir erklären, warum wir gewisse Entscheidungen treffen. Und das war – so die Rückmeldungen, die wir erhalten haben – nachvollziehbar, gerade der Fokus darauf, dass wir beim Sparen zuerst in die Strukturen gehen. Aber wir müssen ehrlich sein: Man wird Veränderungen merken im Programm. Wenn man Geld aus dem Mediensystem herausnimmt, hat das Konsequenzen. Sparen hat Folgen. Auch das muss man benennen.
Welche Konsequenzen hat dies für die Qualität des Journalismus?
Die Qualität ist nicht verhandelbar. Daran werden wir gemessen. Die SRG ist stark, weil sie nah bei den Leuten ist, weil sie verankert ist, weil sie sehr gute Fachjournalistinnen und -journalisten, Produktionsleute oder Technikerinnen und Techniker hat. Es gibt unglaublich viel Know-how im Unternehmen. Wir verstehen, welches Programm ankommt. Wir wissen, wie wir es zu den Leuten bringen. Wir müssen aber noch besser zusammenarbeiten. Heute tauschen wir nur drei bis fünf Prozent der Inhalte über die Sprachregionen hinweg aus, das können und müssen wir verbessern. Das heisst aber nicht, dass wir Abstriche bei der Qualität machen, auf keinen Fall. Dafür stehe ich ein.
«Mein Ziel ist, dass wir als Medienhaus ein neues Selbstverständnis entwickeln.»
Bei «Enavant» geht es nicht nur ums Sparen, sondern auch um Innovation und Modernisierung. Worauf darf sich das Publikum freuen?
Mit Play+ wollen wir einen Ort schaffen, an dem das Publikum Zugang hat zu diesem ganzen Reichtum an Sendungen, Inhalten, Audio und Video der SRG – und der die Schweiz zusammenbringt. Das klingt nach einem Werbeslogan, aber für mich ist es ein Leitsatz: Play+ ist mehr Inhalt, mehr Schweiz. Der Blick in andere Regionen ist wichtig und eine Bereicherung der Schweiz. Darauf darf sich das Publikum sicher freuen. Und: Das Publikum kann sich darauf verlassen, dass wir mit diesem Prozess weiterhin die regionale Verankerung beibehalten, dass wir weiterhin ein starkes Netzwerk von Inlandkorrespondentinnen und -korrespondenten haben. Ich erlebe in allen Regionen, wie die Menschen, die bei der SRG arbeiten, Ideen haben und kreativ sind. Das wollen wir weiterhin machen – und fördern.
Und was verändert sich für die Mitarbeitenden im positiven Sinn?
Mein Ziel ist, dass wir als Medienhaus ein neues Selbstverständnis entwickeln. Dass wir uns als ein Team verstehen, das in den unterschiedlichen Regionen fürs gleiche Ziel arbeitet. Nämlich: dass die Menschen in der Schweiz den programmlichen Reichtum, den die SRG bietet, weiterhin im Alltag sehen, hören und spüren. Ich möchte aber auch betonen, dass das ein Vorsatz ist. Wir sind jetzt mitten drin in der Transformation. Wir lernen voneinander. Immer mit dem Ziel, dass es uns gelingt, aus diesen schwierigen Rahmenbedingungen das Beste zu machen. Damit wir das Medienhaus schützen und stützen, weil es ein Teil einer lebendigen und starken Schweiz ist.
Wo sehen Sie die SRG in fünf Jahren?
Ich sehe eine SRG, die nach wie vor stark ist, die guten, unabhängigen Journalismus macht und für Glaubwürdigkeit und Qualität steht. Ich sehe die SRG als Medienhaus, das verbunden ist mit den Menschen in der Schweiz, das mit seinen Inhalten Teil ihres Alltags ist, das offen und zugänglich ist. Eine SRG, mit der man sich identifiziert.
Wir werden in fünf Jahren aber ganz sicher digital noch stärker sein. Wir müssen eine erfolgreiche Plattform haben, die das Zuhause ist für diejenigen, die die SRG zeitversetzt und unabhängig nutzen wollen – und personalisierter. Zur künstlichen Intelligenz wage ich im Moment keine Prognosen. Aber wir müssen in der Lage sein, mit der neuen Technologie vorwärtszugehen. Deshalb «Enavant»: Wir wollen eine bewegliche SRG sein, die nahe bei den Menschen ist, sowohl in den Sprach- als auch in den Kulturregionen.
Hinweis: Das Gespräch wurde Ende 2025 geführt.
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