Resonanzradar #18: Podcasts boomen. Trotzdem hören 85 Prozent unserer Umfrageteilnehmenden täglich Radio

Die Online-Umfrage des Publikumsrats zum Thema Audiokultur zeigt: Die Radiosendungen und Podcasts von SRF sind beliebt. Ein breitgefächerter Mix aus Live-Sendungen und On-demand-Angebot deckt (fast) alle Bedürfnisse ab.

Über den Resonanzradar

Der «Resonanzradar» ist der Blog des Leitungsteams des Publikumsrats der SRG Deutschschweiz. In regelmässigen Abständen informiert es so zu Neuigkeiten und Erkenntnissen aus dem Resonanzraum.

Das Dialogfenster «Audiokultur im Wandel» löst grosse Resonanz aus. Zwischen Mitte Mai und Ende Juni führte das Leitungsteam eine Online-Umfrage durch, an der mehr als 1'600 Interessierte teilnahmen. Die Antworten zu den Hörgewohnheiten und Alltagssituationen, in denen das Audio-Angebot genutzt wird, geben spannende Einblicke nicht nur in das Nutzungsverhalten, sondern auch in die unterschiedlichen Motivationen und Gründe, weshalb das Live-Radio gehört oder das On-demand-Angebot genutzt wird und was diese Audioformate in den Hörerinnen und Hörern auslösen.

«Die Ansichten und Meinungen der Hörerinnen und Hörer sind für die künftige Planung wichtig.»

Mit der Umfrage wird eine wichtige Lücke geschlossen. Denn die Ansichten und Meinungen der Hörerinnen und Hörer sind für die künftige Planung wichtig. «Über die direkten Rückkanäle kann sich das Publikum per Mail oder Whatsapp zu einzelnen Sendungen melden. Und über den SRF-Publikumsdienst ist der Kontakt auch via Telefon möglich. Dann gibt es die Kommentarfunktion der Social-Media-Kanäle, die Abteilung Service Public – die Marktforschung der Abteilung Audience – die Umfrage des Publikumsrats bringt wiederum andere Einsichten und vervollständigt das Bild», so Christoph Aebersold, Leiter SRF 3 und SRF Virus.

Trotz – oder gerade wegen – der vielen individuellen Antworten zeigt sich klar: Das Publikum wünscht sich in Zukunft weiterhin Radio und auch Podcasts. So schlicht dies auch tönt, ganz so offensichtlich ist dieses Fazit nicht. Zwar zeigen die aktuellen Zahlen aus der Marktforschung, dass der Live-Konsum stetig abnimmt und die Podcast-Nutzung steigt.

Die Umfrage des Publikumsrats zeigt nun aber, dass diese Entwicklungen genauer unter die Lupe zu nehmen sind. Die Antworten deuten darauf hin, dass die beiden Trends nur bedingt zusammenhängen. 85% der Befragten geben an, dass sie täglich Live-Radio hören. Dagegen nutzen nur gerade 8% Podcasts regelmässig. Offenbar erfüllt das lineare Radio noch immer wichtige Bedürfnisse, wie aus einer Antwort zu lesen ist: «Auch wenn ich sie ab und zu nachhöre, bin ich lieber live dabei.»

«80% der Befragten schätzen die Möglichkeit, eine Sendung in die eigene Tagesstruktur einzupassen.»

«Dabeisein» ist ein wichtiger Aspekt des Live-Erlebnisses, auch im Radio. Es vermittelt Zusammengehörigkeit und ein Gemeinschaftsgefühl, das bei Podcasts weniger im Zentrum steht. Dafür kann bei einem Podcast tiefer in ein Thema eingetaucht und differenzierter diskutiert werden. Und natürlich ist es vor allem die zeitliche Flexibilität, die dieses Format so attraktiv macht: 80% der Befragten schätzen die Möglichkeit, eine Sendung in die eigene Tagesstruktur einzupassen. So kann eine Lieblingssendungen unterwegs gehört werden, auf dem Weg zur Arbeit, im Auto oder im ÖV, auf dem Spaziergang mit dem Hund. Andere Hörerinnen und Hörer wiederum machen es lieber umgekehrt: sie richten ihren Tagesablauf nach dem Programm des linearen Radios. Für sie bringt das Radio die Struktur, die ihnen hilft, den Tag zu gestalten.

Gerade für diese Hörerinnen und Hörer wäre der Wegfall des linearen Radios «ein schmerzlicher Verlust», wie eine Teilnehmerin der Umfrage schrieb. Podcast-Nutzerinnen und -Nutzer bewegen sich unbeschwerter durch das vielfältige – öffentliche und private, Schweizer und internationale – Angebot: kommen sie bei SRF nicht auf ihre Kosten, bedienen sie sich einfach anderswo.

«Live-Radio und On-demand-Angebote spielen im Leben der Nutzerinnen und Nutzer nicht selten eine wichtige Rolle.»

In diesem vielfältigen und komplexen Spannungsfeld findet heute die Gestaltung des Programms statt: Live-Radio und On-demand-Angebot spielen im Leben der Nutzerinnen und Nutzer nicht selten eine wichtige Rolle. Dass dies bei SRF berücksichtigt wird, bestätigt Daniela Püntener, Co-Leiterin SRF 4 News: »Radio und Podcast erreichen unterschiedliche Bedürfnisse. Die Zukunft liegt definitiv im Nebeneinander.»

Die Online-Umfrage hat zudem gezeigt: Fragen um Radio und Podcast – zu Trends und zur künftigen Programmgestaltung – lösen Emotionen aus. SRF ist an den Meinungen, Ansichten und Befindlichkeiten sehr interessiert. Nächste Möglichkeiten, sich im Resonanzraum zu engagieren und Ihre Meinung bieten sich an den Anlässen der SRG Zentralschweiz am 1. Oktober 2026 bei «Potzmusig» auf dem Stanserhorn oder der SRG Zürich Schaffhausen am 18. Oktober 2026 im Landesmuseum in Zürich.

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

Zur Person

Christof Thurnherr ist Ombudsperson für eine Stadtverwaltung, Friedensrichter und Mitglied des Leitungsteams Publikumsrat SRG.D.

Text: Christof Thurnherr

Bild: Maximilian Lederer

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