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Warum ich mich für eine starke SRG einsetze

«Es sind harte Zeiten für SRG-Supporter, wie ich einer bin. Der Freundeskreis bevorzugt YouTube als neuen Informationskanal, Unternehmer scheinen blind der Propaganda vom Gewerbeverband zu folgen und unsere Sektionsmitglieder sind auch nicht mehr die Jüngsten.»

– Carte blanche von Christian Macek

«Beim Messestand muss man sich so einiges anhören, denn jeder bezahlt ja Gebühren und fast jeder sieht fern und hört Radio, also weiss jeder wie man es (besser) machen müsste. Kommt hinzu, dass niemand gerne Rechnungen bezahlt und das SRG-Bashing momentan gross in Mode ist. Bei den Politikern wie auch bei gewissen Medien.

Ein undankbarer Job also, bei dem ich mich schon immer mal wieder frage, warum ich mir das eigentlich antue. Doch es gibt zwei Gedanken, die mich motivieren, für eine starke SRG zu kämpfen.

Erstens glaube ich daran, dass Informationen für alle verfügbar sein sollten und nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können. Deshalb braucht es ein solidarisches System. Und zweitens hat mir meine Zeit in den USA vor Augen geführt, zu was ein System führen kann, in dem es kein gebührenfinanziertes TV und Radio gibt. In den drei Jahren, die ich in Indiana, San Francisco und New York verbracht habe, habe ich erst gemerkt, wie wertvoll unser SRF doch ist. Sendungen wie ‹Echo der Zeit› und die ‹Rundschau› können Themen unabhängig behandeln, denn SRF kann – dank der Gebühren – das Abspringen eines Werbekunden verkraften. Private Sender können das weniger, weshalb es zu meiner Zeit in den USA zu gewissen Themen einfach keine Informationen gab. Themen, die gerne verschwiegen werden, sind zum Beispiel die Landwirtschaft und die Tierhaltung, die Gentechnik, die hohe Anzahl der Häftlinge in US-Gefängnissen und noch viele weitere.

Der einzige Sender, der über diese Themen sachlich und fundiert recherchiert berichtet, ist das NPR (National Public Radio), das öffentliche Radio. Das öffentliche TV wurde bereits 1970 eingestellt. Ein gebührenfinanziertes System kennt die USA nicht. Wer also an bestimmte Informationen kommen will, welche die Privatstationen verschweigen aus Angst, Werbegelder zu verlieren, ist gezwungen, NPR zu hören. Ein ‹Zwang› ist es deswegen, weil auf 60 Minuten Sendezeit etwa 20 Minuten Spendenaufrufe kommen. Das ist zwar werbefrei, aber trotzdem kein Genuss.

Dieses System hat dazu geführt, dass Fox News zu den meistgesehenen Nachrichtensendern der USA geworden ist. Fox News gehört dem Medienmogul und Milliardär Rupert Murdoch und verfolgt eine extrem neoliberale Politik. Das Verletzen journalistischer Grundsätze ist bei Fox News an der Tagesordnung. Die Vorstellung, dass es in der Schweiz einmal nur noch private Medien geben könnte, ist es also, die mich weiterhin für eine starke SRG kämpfen lässt. Oder möchten Sie, dass Blocher-TV die meistgesehene News-Sendung der Schweiz wird? »

Christian Macek ist Vorstandsmitglied der SRG Sektion Luzern
und Inhaber einer Online-Marketing-Agentur.

Bild: zVg.

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