Transmediale #Kunstjagd-Spurensuche findet verschollenes Gemälde
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Transmediale #Kunstjagd-Spurensuche findet verschollenes Gemälde

Am 22. September 2015 endete die Suche – eine Suche nach einem vor 77 Jahren verschollenen Gemälde. Die Suche, deren Ende völlig offen war, scheint nun gelöst zu sein. Das unabhängige deutsche Recherche-Team «Follow the Money» fand tatsächlich ein Gemälde, das nun bis Mitte Dezember im Jüdischen Museum München ausgestellt wird. Es war ein Rätsel, das vor allem mit Hilfe von Usern über eine WhatsApp-Gruppe gelöst wurde. Auch SRF unterstützte die Kunstjagd-Suche als Medienpartner. Der Film zum Projekt wird voraussichtlich am 29. November auf SRF 1 ausgestrahlt.

Alles drehte sich um ein Frauenbildnis der Familie Engelberg. Die ganze Geschichte begann im November 1938, als zwei Gestapo-Männer Jakob Engelberg in der Wohnung der Familie abholten und ihn mit ins Konzentrationslager Dachau nahmen. Der heute 86-jährige Edward Engelberg war neun Jahre alt, als er zusehen musste, wie sein Vater damals verschleppt wurde. Heute lebt er in Portland, Oregon, an der Westküste der USA, wo ihn das Rechercheteam «Follow the Money» in Kooperation mit der Filmproduktion Gebrüder Beetz besucht hatte.

Kunstwerk verhilft Familie Engelberg zur Flucht
Der Vater kam 15 Tage nach seinem Abtransport nach Dachau wieder frei und konnte mit seiner Familie fliehen – dank eines Gemäldes. Es ist dieses verschollene Gemälde, das Paula Engelberg einige Tage nach der Verhaftung ihres Mannes von der Wand nahm, es vor den Augen ihrer Kinder aus dem Rahmen löste und es aufrollte. Paula verliess daraufhin die Wohnung und als sie einige Stunden später zurückkehrte, hielt sie ein Lebensrettendes Dokument in den Händen: Ein Visum für die Schweiz. Mit ihm erreichte sie bei der Gestapo die Entlassung ihres Mannes aus der «Schutzhaft». Die Familie flüchtete in die Schweiz und kurz darauf weiter nach Amerika.

Das Ziel des Rechercheteams war es, eben dieses lebensrettende Kunstwerk zu finden. Die Medienpartner BR, Deutschlandradio Kultur, ORF, SRF, Der Standard, Rheinische Post und Süddeutsche Zeitung begleiteten die Recherche.

Gemälde gefunden – Beweise fehlen
Insgesamt sechs Episoden eines Podcast wurden auf kunstjagd.com ausgestrahlt sowie regelmässige Blogeinträge veröffentlicht, in welchen das Team von ihrer Suche erzählte. Über eine WhatsApp-Gruppe konnten die User Hinweise geben, falls jemand Ideen zum Aufenthaltsort haben könnte. Auch über Facebook, Twitter und Instagram konnte man sich Live bei der Suche beteiligen. Mit Erfolg, wie es nun scheint. Am 22. September konnte Edward Engelberg ein Bild gezeigt werden, welches er vermutlich als Neunjähriger zum letzten Mal sah. Doch Edward Engelberg war bei der Besichtigung des Bildes vorsichtig. So sehr ihn das Gemälde berührte, so deutlich sagt er auch, dass er nicht absolut sicher sein kann, dass es sein Gemälde war, schliesslich liegen acht Jahrzehnte dazwischen.

Ist das Rätsel also gelöst? Ist dieses Gemälde das verschollene? Das Rechercheteam wird es wohl nie mit absoluter Gewissheit sagen und den letzten Beweis wohl auch nie erbringen können. Aber alle Indizien deuten nun nach Abschluss der Kunstjagd darauf hin, dass es gefunden wurde.

Das Gemälde wird zusammen mit einem weiteren Kunstwerk der Familie im Jüdischen Museum München vom 19. November bis 13. Dezember 2015 ausgestellt. Der Film zum Projekt wird am 26. November um 22:30 Uhr im Bayrischen Rundfunk ausgestrahlt und am 29. November um 23.25 Uhr auf SRF 1 in der «Sternstunde Kunst» auch in der Schweiz gezeigt.

Quelle: Kunstjagd.com
Zusammenfassung: SRG.D/lz
Bilder: zVg. / Kunstjagd.com via Facebook

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