Verletzung religiöser Gefühle beanstandet
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Verletzung religiöser Gefühle beanstandet

Kinder teilen sich nach dem katholischen Gottesdienst eine Hostie. Im Off-Kommentar wird gesagt, die Oblate diene nun als «Snack». Der Beitrag von «Schweiz aktuell» wurde beanstandet, da die Darstellung religiöse Gefühle verletze.

Im beanstandeten Beitrag geht es um den Kirchenbesuch der Familie Dietschi, welche im Rahmen des «Schweiz aktuell»-Sommerprojektes 2017 drei Wochen lang eine Zeitreise unternahm und mit den Mitteln von 1517 lebte. Im Rahmen dieser Zeitreise stand auch ein Kirchenbesuch in der katholischen Kirche auf dem Programm. Während dieser empfängt die achtjährige Tochter Ladina eine Hostie, obwohl sie die Erstkommunion noch nicht erhalten hat. Von ihrer Mutter darauf hingewiesen, dass sie die Hostie nicht essen dürfe, steckt sie die Oblate in ihre Tasche und gibt sie später ihren Geschwistern, die sie teilen und essen. Im begleitenden Kommentartext der Sendung wurde dazu gesagt, dass die Hostie nun «zum Snack für die beiden älteren Geschwister werde». Auf diese Aussage bezieht sich die Beanstandung in erster Linie. Der Beanstander schreibt: «Es handelt sich bei der Hostie nicht um ein Snackbrötchen, sondern um den Leib Christi. Mit dieser Einspielung haben Sie viele Katholiken in ihrer Glaubenshaltung tief verletzt.»

Ombudsmann Roger Blum bezieht sich in seinem Schlussbericht auf einen Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI), die sich im letzten Jahr in anderem Zusammenhang mit den sieben Sakramenten zu befassen hatte. Aus diesem wird abgeleitet, dass das Radio- und Fernsehgesetz verletzt ist, wenn eine Sendung das Abendmahl und konkret die Hostie herabwürdigt.

Blum unterscheidet zwischen dem Verhalten des Kindes bzw. der Kinder sowie dem journalistischen Verhalten. Die Handlung Ladinas und ihrer Geschwister beurteilt er als natürlich und nur aus Unwissen verletzend. DieTatsache, dass SRF die Szene filmt ist seiner Auffassung nach ebenfalls unproblematisch, denn damit wird die Aufgabe der Medien wahrgenommen, die Realität abzubilden. Verfehlt ist hingegen der Kommentar in der beanstandeten Szene, da das Handeln der Dietschi-Kinder nicht kontextualisiert und allenfalls kritisiert, sondern verharmlost und die Hostie im Sinne der Kinder als Snack bezeichnet wird. Daher unterstützt Ombudsmann Blum die Beanstandung teilweise.

Noch bevor der Beitrag beanstandet wurde, hat jedoch die Redaktion die Sensibilität des Themas erkannt und die entsprechende Szene inklusive Kommentar vom Netz genommen. Gleichzeitig wurde ein Entschuldigungsschreiben verfasst und veröffentlicht. Blum hebt dieses proaktive Verhalten positiv hervor und betont: «Fehler können immer passieren. Es zeugt von Professionalität, wenn man sie erkennt, sie behebt und dies auch kommuniziert. In dieser Hinsicht hat «Schweiz aktuell» vorbildlich gehandelt.»

Schlussbericht Ombudsstelle 5141

Zur Sendung «Schweiz aktuell» vom 31. Juli 2017: «Unwetter S-Charl, Herausgeputzt für die Kirche»

Text: SRG.D/lh

Bild: SRF/Screenshot «Schweiz aktuell»

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  1. E. Staub 18.10.2017 23:37

    Im Gegensatz zu gewissen Politikern, Medienhäusern und Gläubigen bin ich einer gewissen Aufrichtigkeit, Anstand und Ehrlichkeit verpflichtet. Warum die Justiz nicht schon lange gegen die Christenheit, den Islam und gegen das Judentum prozessiert ist mir schleierhaft. Wie man immer noch gegen die Entstehung des Universums, gegen die Evolutionstheorie und die Psychologie im Jahre 2017 argumentieren kann, ist mir unerklärlich. Auf eine rechthaberische Art und Weise «glauben» die Gläubigen, gemäss den biblischen, «göttlichen» Vorgaben, ja immer noch an Engel und an einen Teufel und müssten mich, als Ungläubigen, gem. dem 5. Buch Moses 13, auch noch zu Tode steinigen und umbringen. Wenn einem Gläubiger dieser Text nicht geläufig sein sollte, so bitte ich diese Person das hier Ausgesprochene umgehend zu «googlen». Wer verletzt hier bei wem welche Gefühle???
    Dieser höchst merkwürdige und vor allem sittenwidrige biblische Aufruf verstösst klar gegen die weltweit anerkannten Menschenrechte und ist (wäre) strafbar. Dass man heute noch an einen derartigen Unsinn glauben kann ist höchst therapieindiziert.
    Um was geht es? Religiosität entsteht - je nach Kulturkreis - durch Prägung in früher Kindheit. Erwachsene Menschen haben kaum eine Chance sich von diesem ganz früh erworbenen Glauben an "Gott" mit allen seinen Nebenwirkungen zu lösen. Ich kenne viele die es versucht haben aber niemanden der es wirklich geschafft hat. Eine Lösung des Problems kann sich wohl nur im Laufe von Generationen ergeben. Wir werden daher noch lange mit religiösen Extremismus leben müssen (mit Schwergewicht aus dem Islam).
    Welche Religion gerade welche verfolgt ist völlig irrelevant. Es sind die Monotheismen, die einander verfolgen, weil gemäss den vorgelegten Glaubensbüchern nur eine Religionsausrichtung Recht haben kann. Somit stehen alle Gläubigen in einem weltweiten Glaubens- und Meinungsstreit, bzw. Religionskrieg (wie im arabischen Raum – Türkei, Iran).
    Gewisse religiöse Kreise verschiedenster Provenienz möchten d e n Glauben gerne für sich vereinnahmen, indem sie den Standpunkt vertreten, nur ihr (indoktrinierter) Glaube sei der richtige. Man könnte auch fragen: Warum sollten anmassende Religiöse oder andere Autoritäten darüber bestimmen, was Glauben bedeutet bzw. was jemand darunter zu verstehen hat. Wer beleidigt hier wen?
    Gottes und Allahs Wege sind unergründlich! Eine der Hauptfragen ist:
    "warum hat Gott uns erst hunderttausende von Jahren affenartig über den Planeten laufen lassen (ist wissenschaftlich unbestritten!), bevor er uns angeblich als Menschen erschaffen hat? Macht sowas Sinn; wer findet das glaubwürdig?"
    Und wer hat im Übrigen alle diese Götter erschaffen? Drei Viertel der Menschheit glaubt somit an einen falschen Gott!
    Ich will auch das Paradies, allerdings hier auf dieser Erde und nicht, wie mir die Religionen weismachen wollen, in irgendeinem Jenseits. Die Menschheit sollte daran arbeiten.

  2. Joachim Koßmann 20.11.2017 10:00

    Wenn diese Hostie kein "harmloser Snack" ist, dann ist sie - wie im Text erwähnt - nach dem christlichen Glauben ein Bestandteil des Leibes Christi.
    Wird aber das Verzehren von Menschenfleisch nicht allgemein als Kanibalismus bezeichent? Was wäre denn wohl schlimmer?