Serafe statt Billag – die Gebühren ab 2019
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Serafe statt Billag – die Gebühren ab 2019

Die Serafe AG in Fehraltorf ist ab 1. Januar 2019 die zuständige Erhebungsstelle für die neue Haushaltabgabe. Da sie die Daten direkt von den Kantonen und Gemeinden erhält, sind An- und Abmeldungen nicht mehr nötig.


Haben Sie weitere Fragen? Melden Sie sich per E-Mail bei Serafe oder rufen Sie an unter 058 201 31 67.


Am 18. Oktober 2017 hat der Bundesrat das Startsignal für die neue geräteunabhängige Radio- und Fernsehabgabe gegeben. Diese ersetzt ab 1. Januar 2019 die Empfangsgebühr, welche bis Ende dieses Jahres von der Billag erhoben wird.

Serafe ersetzt Billag

Der Bund hat in einer öffentlichen Ausschreibung das Mandat für das Inkasso der Haushaltabgabe der Serafe (Schweizerische Erhebungsstelle Radio Fernsehen) AG in Fehraltorf übergeben. Die Vorbereitungen bei der neuen Erhebungsstelle laufen auf Hochtouren. Die Serafe wird im Januar 2019 allen Haushalten die erste Rechnung versenden. Die Adressen erhält sie direkt von den Einwohnerkontrollen. Die gesetzlichen Grundlagen für diese Datenlieferungen finden sich im Radio- und Fernsehgesetz (RTVG). Die Serafe hat Behördenstatus, sie darf Verfügungen erlassen und säumige Kundinnen und Kunden betreiben.

Privat- oder kollektiv – jeder Haushalt ist Serafes Kunde

Grundsätzlich zahlt jeder Privathaushalt jährlich die Abgabe von 365 Franken. Es spielt keine Rolle mehr, ob Radio, Fernseher, Computer, Tablet oder Handy vorhanden sind oder genutzt werden. Die Rechnung wird einmal pro Jahr bezahlt, auf Anfrage sind Quartalsrechnungen möglich. Auf der Rechnung sind alle volljährigen Personen eines Haushaltes aufgeführt. Sie sind solidarisch haftbar, das heisst: Jede Person, deren Name auf der Rechnung steht, ist für die Begleichung der gesamten Rechnung verantwortlich, auch wenn sie nach Erhalt der Rechnung und vor Ablauf eines Jahres wegzieht. Die interne Aufteilung des Rechnungsbetrages ist Sache der Mitbewohnerinnen und Mitbewohner und richtet sich nach dem Obligationenrecht.

Neu ist, dass sich niemand mehr bei der Erhebungsstelle an- oder abmelden muss. Die An- und Abmeldung bei der Einwohnergemeinde genügt. Kantone oder Gemeinden liefern der Serafe jeden Monat die aktualisierten Daten. Die Serafe stellt darauf ab, dass der Haushalt der Hauptwohnsitz einer Person ist. Im Gegensatz zum heutigen System ist für einen Zweitwohnsitz oder ein Ferienhaus keine separate Abgabe zu entrichten, auch dann nicht wenn die Ferienwohnung vermietet wird.

Nebst den Privathaushalten zahlen auch die Kollektivhaushalte eine Abgabe. Diese beträgt 730 Franken. Zu den Kollektivhaushalten zählen: Alters- und Pflegeheime, Wohn- und Erziehungsheime für Kinder und Jugendliche, Internate und Studentenwohnheime, Institutionen für Behinderte, Spitäler, Heilstätten und ähnliche Institutionen im Gesundheitsbereich, Institutionen des Straf- und Massnahmenvollzugs, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende, Klöster und andere Unterkünfte religiöser Vereinigungen. Diese abschliessende Aufzählung ist dem Bundesgesetz über die Registerharmonisierung (RHG) angelehnt. Wer in einem Kollektivhaushalt lebt, zahlt selber keine Abgabe, es genügt, dass die Institution, in der die Person lebt, die Abgabe entrichtet.

Gesuche um Befreiung erst nach Erhalt der ersten Rechnung

Obwohl grundsätzlich alle Haushalte, unabhängig vom Besitz eines Empfangsgeräts, der neuen Abgabe unterliegen, sind Ausnahmen vorgesehen. Personen, die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV erhalten, können eine Befreiung beantragen. Dazu müssen sie lediglich auf die erste Rechnung der Serafe AG warten und die dort aufgeführten Anweisungen befolgen. Gleiches gilt für Haushalte, die über keine technischen Möglichkeiten zum Empfang von Radio- oder Fernsehprogrammen verfügen. Diese Haushalte können sich auf Gesuch hin während fünf Jahren von der Abgabe befreien lassen. Alle notwendigen Informationen sind im Schreiben der Serafe enthalten und in den FAQs zum neuen Abgabesystem zu finden.

Separate Lösung für die Unternehmen

Auch die mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen zahlen die neue Abgabe, allerdings erst ab einem Jahresumsatz von 500'000 Franken. Für die Erhebung ist die Eidgenössische Steuerverwaltung zuständig.

Billag schliesst Empfangsgebühr ab

Die Billag verschickt bis Ende September 2018 Rechnungen für die Radio- und Fernsehempfangsgebühren für die Zeit bis 31. Dezember 2018. Jede gebührenpflichtige Person muss ihre Gebühren bis Ende 2018 entrichten. Ab Oktober 2018 bis September 2019 wird die Billag alle noch nicht beglichenen Rechnungen mahnen und die Schuldner nötigenfalls betreiben. Offene Beträge werden im Auftrag des BAKOM konsequent eingefordert. Ebenfalls wird das BAKOM hängige Beschwerdeverfahren zu Ende führen. Schliesslich übernimmt es ab November 2018 die bei der Billag hängigen Gesuche um Gebührenbefreiung.

Text: BAKOM/Barbara Siegrist

Bild: SRG SSR

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Video zur Medienabgabe

Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und die neue Erhebungsstelle Serafe stellen den Haushalten im Internet alle nützlichen Informationen rund um das neue Erhebungssystem zur Verfügung.

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  1. Ruodlf Bächtold 28.08.2018 18:39

    Nicht ein einziges Wort zum Datenschutz! Immerhin hat die Serafe quasi hoheitliche Befugnisse und darf in die Einwohnerkontrollen der Gemeinden Einblick nehmen. Wenn hier nichts zum Datenschutz gesagt wird, ist dies höchst bedenklich.

  2. Josua Bötschi 28.08.2018 19:48

    In einem Haushalt leben drei erwachsene Personen. Eine Person bezieht Ergänzungsleistungen.
    Wir die ganze Gebühr erlassen oder 1/3 oder gar nichts?

  3. Weber Barbara 29.08.2018 10:23

    Es ist bedauerlich, dass die Revision des Radio- und Fernsehgesetz betreffend geräteunabhängiger Gebühr durchgekommen ist, umso mehr, als die Mehrheit sehr knapp war. Die frühere Gebühr ist nun eine Steuer. Es ist stossend, für eine Leistung zahlen zu müssen, die man nicht in Anspruch nehmen will oder kann. Ob es wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, die Einkünfte der srf derart massiv zu reduzieren, ist fraglich. Das Publikum bekommt es zu spüren, dass beliebte Sendungen gestrichen werden (Donnerstagjass, nachtwach). Offensichtlich ist auch bei dieser Reduktion der besagten Einkünfte vergessen gegangen, dass Minderheitensendungen (Sternstunden ....), Kulturplatz, Ausstrahlung klassischer Konzerte, Ausstrahlung von Sportsendungen von Sportarten, die nur eine Minderheit interessiert (Leichtathletik, Schwimm- und andere Wassersportarten etc. einzig von der srf ausgestrahlt werden. Weil solche Sendungen nicht lohnend sind (Werbung), kann man nicht erwarten, dass private Sender solche Sendungen mehr als nur vorübergehend oder gar nicht ausstrahlen.

  4. Hansjörg Hänggi 29.08.2018 14:04

    Wer sich an dieser Art von Gebühreneinzug stösst, hat ein seltsames Staats-und Solidaritätsverständnis. Jede unverheiratete Person zahlt schliesslich auch Steuern, die u.a. zur Finanzierung der Schulen dienen. Und diese Steuerzahlenden profitieren von Bildungseinrichtungen direkt gar nicht, waren wohl aber auch einst Nutzniesser/innen.

  5. Dieter Hafner 29.08.2018 15:35

    Wann und wie wird die ungerechtfertigte Verrechnung der MWSt zurückerstattet?

  6. Maja Chessa 02.10.2018 23:41

    Was soll die Erhöhung von vorher 165.- Fr. auf 365.- Fr...???...Dem sage ich nicht günstiger, und schon gar nicht, wenn man selber keinen TV mehr hat und höchstens mal eine aufgezeichnete TV Sendung schaut...!!!...

    Und Alters-Rente brachte man nicht durch zu erhöhen, aber das wurde jetzt akzeptiert...grrr...Das ist ja auch nicht Sinn und Zweck, dass wenn man Erg. Leistungen bezieht, die AHV jetzt einfach soviel für jeden Haushalt auch noch übernehmen muss...Man könnte wenigstens auch denen die Gebühren erlassen, die mit dem Existenzminimum und ohne Erg.L. leben und deswegen auch steuerfrei sind...Wäre nicht mehr als fair...

  7. Sören Mehlstäubl 05.10.2018 06:56

    Grundsätzlich werden immer alle Arten der Einnahmen irgendwie ungerecht sein.

  8. Max Lehmann 23.10.2018 11:39

    Vor 29 Jahren vereinte sich Deutschland und beendete ein Unstaat. Mit der Ablehnung der "No Billag Initiative" und
    der Einführung des neuen Fernmeldegesetzes führen wir einen Neuen ein. Die DDR!

  9. Evelyne Blaser 29.10.2018 10:19

    Die Abstimmung war sehr knapp, jene die sich jetzt beschweren: wahrt ihr an der Urne? Oder eben nicht?

  10. B. Studer 21.11.2018 10:58

    Wo kann ich erfahren, wie Menschen vorgehen müssen, wenn sie in ein Altersheim umziehen und dann ja in einem Kollektivhaushalt wohnen, also keine Gebühren mehr bezahlen müssen? Lange die Meldung beim Kreisbüro?
    Gibt es ein entsprechendes Merkblatt?

  11. Gremlich 11.12.2018 11:54

    Sehr geertes team
    Ich wollte sie gerne fragen wann ich die jahres rechnung für radio und tv gebüren
    Bekomme bitte um weitere infos

  12. marmar2018 26.12.2018 16:22

    Datenschutz hin oder her.Die machen wie es ihnen in den kram passt.

  13. Stefan 28.12.2018 20:48

    Die Gebühr ist nun also eine Steuer welche alleine lebende Personen bestraft und mit einem riesenapparat eingetrieben wird. War das ein Ziel? Warum wollen wir das nötige Geld nicht gleich einfach über die Bundessteuern eintreiben? Das ist billiger und auch einfacher zu akzeptieren. Schliesslich störe ich mich auch nicht daran für die öffentliche Schule zu bezahlen obwohl ich keine schulpflichtigen Kinder habe. Die Schule ist ja ein service Public, wie es Srf ja auch sein sollte.
    Oder ist eine Steuer der nächste Schritt?

  14. Rohr Sascha 09.01.2019 13:29

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Ich habe heute den 9.01.2019 meine Rechnung zur Abgabe von Searafe in höhe von 273.75 bekommen.
    Ich bin sozial Empfänger und erhalte monatlich 750.- Fr. von diesem Geld muss ich alles Bezahlen..
    Also wie soll ich ihnen 273.50Fr von meinen 750.00Fr Bezahlen !!!
    Da bleiben mir noch 475.50Fr für diesen Monat von dem ich noch Essen ,Telefon Rechnung und Bilete Bezahlen muss.
    Das heißt ich werde wegen dieser Rechnung in die Schulden fallen , da wie sie wohl selbst sehen es mir unmöglich ist diese 273.50Fr zu bezahlen.
    Eine Frechheit finde ich zudem das IV wie AHV Bezügler davon befreit werden obwohl die monatlich mehr Geld bekommen als sozial Empfänger.
    Ich werde mich wehren und versuchen mit diesen Fakten an die Öffentlichkeit zu gehen.
    Mit freundlichen Grüssen..S.Rohr

  15. Silva 09.01.2019 22:06

    Das ist schon wieder eine abzogerei, was soll das!!!
    Vorher mit Billag musste ich obligatorische bezahlen obwohl ich keine Radio löse trotzdem muss man bezahlen egal ob du das nicht benutzt, und habe ich keine Fernsehen weil ich keine zeit für das habe, und Schweizer Fernsehen ist schon sehr langweilig und Cablecom Stecker habe ich gekündigt damit die Miete reduziert wird weil ich Sie nicht benutze ich schaue überhaupt keine Fernsehen zu hause nur bei Kollegen oder so wenn uberhaubt und ich habe keine Auto, wo zu muss ich solidarisch sein mit Serafe, muss man obligatorische geld Spenden oder was!! Es ist nur eine Art zum geld machen mit unseren schweis !? Das ist eine sauerei..

  16. S.Bussinger 10.01.2019 11:09

    Es ist Unerhört einem Ausländischen Mitarbeiter eine Rechnung zu stellen der kein Radio hört und kein Fernseher hat. Zu dem sind noch 4 andere Parteien auf der selben Rechnung, was für eine Schweinerei...... Ich frage mich woher Sie diese Daten klauen? Das sollte das neue System Dienst dem Kunden sein. Das Akzeptiere ich nicht

  17. Sriyani Sigel 10.01.2019 15:02

    Guten Tag, leider hab ich Sie telefonisch nicht erreicht.
    Mit diesem Schreiben möchte ich Vinitha Sriyani Sigel-Samarawickrema ab sofort Billag/ SRGD abmelden. Da ich längere Zeit im Ausland bin benötigen wir kein Nutzen an TV/Radio/ Internet. Für Kontakt stehe ich per Mail zur Verfügung.

    Freundliche Grüße Vinitha Sriyani Sigel-Samarawickrema

  18. A. Bühler 10.01.2019 15:23

    Es ist nicht einfach telefonisch zu Euch durchzukommen. Eine Problematik ist sicherlich, dass man im voraus bezahlen muss und fast noch verpflichtet wird bei einem Umzug die Kosten mit dem Nachmieter zu regeln. Scheint mir eine Lösung der sehr speziellen Art. Insbesondere dann, wenn man weiss, dass man am 1. April 2019 nicht mehr an der Adresse wohnhaft sein wird.
    Am Telefon konnte dieses Problem von Frau Graf sehr pragmatisch gelöst werden, worüber ich mich gefreut habe. Die Bediener der Telefonanfragen haben einen schweren Stand und sicher eine fordernde Aufgabe. Danke für die tolle Bedienung in einer schweren Zeit.

  19. Ricardo 10.01.2019 16:14

    Wieso muss es immer über eine Firma laufen? Steuervorteil? Bereicherung? Oder was....? Warum macht das nicht der Staat? Für mich ist das eine dubiose Firma, nachdem ich den Eintrag des Handelsregister dieser Firma eingesehen habe. Toll ein Call Center steht da! Die Daten des Volkes sind in den Besten Händen. Ich fühl mich verarscht und ehrlich gesagt will ich selber entscheiden mit welcher Firma ich zu tun haben möchte. Es reichen ja nicht schon diese Werbeanrufe und jetzt das noch. Sie sagen es sei günstiger, aber nach meiner Rechnung auf das gesamte Volk bezogen, werden Sie jetzt mehr Einnahmen haben durch die, die vorher nicht bezahlt haben. Ziel erreicht. Schön das die Bevölkerung immer den Kopf hinhält. Ich bin für die Abschaffung dieser Gebühren. Ich schau ja nicht mal Fernsehen. Ewigs diese Werbung und für das soll ich auch noch Gebühren zahlen. Wen ich ja bezahle dann soll doch ich als Kunde entscheiden können was läuft, oder zumindest zu einer bestimmten Zeit, bzw durch Abstimmung. In meinen Augen eine Abzockerei. Willkommen im modernen Zeitalter!

  20. SRG Deutschschweiz 10.01.2019 17:08

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Wir weisen Sie freundlich darauf hin, dass Anliegen betreffend die Mediengebühr an die Inkassostelle Serafe AG (Billag-Nachfolgefirma) gerichtet werden müssen; mit der Erhebung der Mediengebühr hat die SRG Deutschschweiz nichts zu tun:

    SERAFE AG
    Schweizerische Erhebungsstelle für die Radio- und Fernsehabgabe
    Postfach
    8010 Zürich
    Tel: 058 201 31 67
    info@serafe.ch

    Besten Dank für die Kenntnisnahme und freundliche Grüsse
    SRG Deutschschweiz

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