Migration, Herkunft, Zugehörigkeit: Wasiliki Goutziomitros und Sarah Jost im Gespräch über die postmigrantische Schweiz
Egal, wo man geboren wurde, egal, welche Sprache man spricht: Für viele Menschen mit Migrationsgeschichte bleibt in der Schweiz ein Gefühl bestehen, das schwer abzuschütteln ist – das Gefühl, nie ganz dazuzugehören. Wasiliki Goutziomitros und Sarah Jost kennen dieses Gefühl gut. Beide sind hier geboren und aufgewachsen, beide sprechen akzentfreies Schweizerdeutsch und trotzdem werden sie regelmässig gefragt, woher sie «eigentlich» kommen.
Zu den Personen
Zu den Personen
Wasiliki Goutziomitros ist Redaktorin bei SRF und moderiert «10 vor 10». Sarah Jost, Tochter eines ghanaischen Vaters und einer Schweizer Mutter, setzt sich für Inklusion ein und sitzt im Regionalvorstand der SRG.Deutschschweiz.
Im Gespräch erzählen die beiden offen, wie sich ihr Verhältnis zu Herkunft und Identität über die Jahre verändert hat, warum ein Name schon reicht, um Zuschreibungen auszulösen, und wie sich Repräsentation in Schweizer Medien und Serien in den letzten Jahren gewandelt hat – aber noch längst nicht am Ziel ist. Sie sprechen über Stereotype, die bis heute mitschwingen, über Vorbilder, die ihnen gezeigt haben, dass mehr möglich ist, und über die eine Frage, die beide am meisten nervt. Ein persönliches, ehrliches Gespräch über Zugehörigkeit, Identität und die Frage, wem die Schweiz eigentlich gehört.
Vielfalt leben: Gemeinsam verschieden – gemeinsam Schweiz
Thematisch passt das Gespräch zum Dialogfenster «Vielfalt leben: Gemeinsam verschieden – gemeinsam Schweiz» des Publikumsrats der SRG Deutschschweiz. Die Schweiz ist heute eine postmigrantische Gesellschaft: Vielfalt ist Normalität, die Unterscheidung zwischen «uns» und «den anderen» verliert an Bedeutung. Als öffentlich finanziertes Medienhaus trägt die SRG hier eine besondere Verantwortung: Spiegeln Medien diese Vielfalt angemessen, schafft das Sichtbarkeit und stärkt das «Wir-Gefühl». Genau damit beschäftigt sich das Dialogfenster.