Warum «No Billag»  no SRG heisst
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Warum «No Billag» no SRG heisst

Die Initiative «No Billag» ist extrem – sie will der SRG SSR die Existenzgrundlage entziehen. Sie kann aber auch zum Steigbügelhalter für verstecktere Angriffe auf die SRG werden. Hintergründe von Philipp Cueni, Chefredaktor des Medienmagazins «EDITO».

Die Initiative «No Billag» ist zustande gekommen. Damit wird es zu einer Volks­abstimmung kommen, bei welcher es um die Existenz der SRG SSR gehen wird. Denn «No Billag» verlangt, die Gebühren ganz abzuschaffen, und damit würde der SRG die finanzielle Grundlage entzogen. «No Billag» heisst letztlich no SRG – und das wiederum heisst konkret: kein SRF ­Radio, kein SRF TV, kein tpc, kein RTS, kein RSI, kein RTR, kein Swissinfo. Und es würden mindestens 6000 Beschäftigte ihren ­Arbeitsplatz verlieren. Um diese politische Entscheidung geht es bei «No Billag».

«Der Bund oder durch ihn beauftragte Dritte dürfen keine Empfangsgebühren erheben.» Das ist der Kernsatz der «No Billag»-Initia­tive. Er hat die Streichung von Artikel 68 des ­Radio- und Fernsehgesetzes zur Folge, ­welcher die Gebührenpflicht definiert.

Getragen wird diese Initiative von Exponenten aus Junger FDP und Junger SVP. Aber die Unterstützung der Initiative reicht weit über diesen relativ kleinen Kreis hinaus in die bürgerlichen Parteien hinein: Der grosse Schweizerische Gewerbeverband hat die Unterschriftensammlung unterstützt, SVP-Nationalrat Roger Köppel befürwortet die Forderung der Initiative und ein Basler Freisinniger etwa, der gerade als kantonaler Parteipräsident zur Wahl steht, unterstützt ebenfalls. Das sind erste Anzeichen dafür, dass der Rückhalt wachsen kann. Trotz des kleinen Initiativkomitees ist die Initiative aber vor allem deshalb ernst zu nehmen, weil sie zum Vehikel eines für die SRG viel gefährlicheren Vorschlags werden kann. Davon weiter unten.

Nicht nur die SRG tangiert

Aber zuerst: Was genau würde eine An­nahme der «No Billag»-Initiative nach sich ziehen? Einfach gesagt: Wenn es keine ­Gebühren für Radio und Fernsehen mehr gibt, dann wird der SRG der Geldhahn zugedreht und sie geht zugrunde. Ebenfalls ­trockengelegt würden die konzessionierten Privatradios und Fernsehstationen, welche zukünftig insgesamt 80 Millionen statt 54 Millionen Franken erhalten. Für die allermeisten dieser Sender würde dies vermutlich ebenfalls das Aus bedeuten, vor allem für die kleinen regionalen Radios und für fast alle regionalen TV-Sender.

Wenn der SRG die Gebühren entzogen werden, dann entfallen 75 Prozent ihres Einkommens. Es ist offensichtlich, dass ein Unternehmen nach einem Verlust von Dreiviertel seiner Einnahmen nicht mehr existenz­fähig ist. Und es ist illusorisch zu meinen, die SRG könne sich privat einzig aus den Werbegeldern finanzieren und zum kommerziellen Medienunternehmen wandeln: Hätte die SRG nur noch ein stark redu­ziertes Programmangebot, könnte sie entsprechend weniger Werbung ­platzieren und verlöre als Verkäuferin von Werbeplätzen massiv an Attraktivität. Es würde also auch der Werbeertrag einbrechen und dieser würde auf andere, vor ­allem ausländische Kanäle abwandern.

02_SRG_Aufmacher_V2_Typo.jpg«No Billag» zielt an die Dekonstruktion des Medienhauses SRG - mit tiefgreifenden Konsequenzen für die Schweizer Gesellschaft.

Noch entscheidender ist aber, dass mit ­einem Verlust von mindestens Dreiviertel des Einkommens zuerst einmal das ganze System SRG zusammenbricht. Die Erfüllung des Leistungsauftrags des Bundes und die Philosophie des breiten Angebots für alle in allen Regionen wären nicht mehr umzusetzen, ebenso wenig der hohe Qualitätsanspruch. Und auch das System des sprachregionalen Finanzausgleichs i­nnerhalb der SRG wäre nicht mehr möglich: Die Suisse romande, die Svizzera ­italiana und die Svizra rumantscha sind von ihrer ­Bevölkerungszahl her nicht in der Lage, nur mit den eigenen Gebührengeldern qualitativ gleich­wertige Radio- und Fernsehprogramme an­zubieten. Über 25 Prozent der in der grossen Deutschschweiz eingenommenen Gebührengelder werden an die drei kleineren Sprachregionen weitergegeben. Und auch zwischen Quotenrennern für ein breites Publikum und aufwändigen teuren Sendungen für kleinere Publika wird finanziell ausge­glichen.

Initiativtext eine Irreführung der Stimmbürger

So gesehen ist es Augenwischerei, wenn die Initianten «No Billag» sagen, denn sie meinen no SRG. «Ich habe nichts gegen die SRG, sie soll sich bitte einfach selbst ­finanzieren», sagt der Co-Präsident der Initiative, Olivier Kessler. Das ist eine ­Irreführung der Stimmbürgerinnen und -bürger.

Die allermeisten Leistungen der SRG lassen sich nicht über den privaten kommerziellen Weg finanzieren. Dafür sind diese Angebote zu aufwändig und zu teuer und deshalb auf den kleinen vier Sprachmärkten der Schweiz nie und nimmer zu refinanzieren. Das zeigen die Erfahrungen der privaten Fernsehstationen in der Schweiz. Die logische Folgerung: Der Grossteil der Angebote würde ersatzlos entfallen. Die Angebote des öffentlichen Radios und Fernsehens sind für die gesellschaftliche und demokratiepolitische Debatte wichtig. Das stimmt ganz sicher für kulturelle ­Angebote, für das ganze Informations­angebot von SRF, für das Genre Dokumentarfilme, für Hörspiele und für die ganze Palette der Eigenproduktionen.

Angepasst_02_SRG_Aufmacher_V2_Typo.jpgSollten die Gebühren wegfallen, wäre der grösste Teil des Programmangebots nicht mehr finanzierbar

Diese Aussage stimmt jedoch nur bedingt, denn wenn wir ehrlich sind, gehören zu einem attraktiven Themenmix eines öffentlichen Senders auch unterhaltende Programme, welche nicht demokratiepolitisch begründet ­werden können. Andererseits können Jasssendungen oder Quizspiele vermutlich auch von kommerziellen Sendern produziert werden. Und Programmangebote, die teuer in der Produktion sind, aber hohe Quoten versprechen, würden bei ­einem Aus für die SRG vom Bezahlfern­sehen übernommen – mit hohen Kosten für die Konsumenten. Kommerziell sind für das Pay-TV nur die ganz grossen Events interessant. So kostet alleine das private Fussballangebot für Italien auf dem ­Murdoch-Kanal «Sky-Calcio» mehr als die gesamten jährlichen Radio- und Fernsehgebühren in der Schweiz.

Grundsätzlich falsch liegt, wer die Unterhaltung ganz aus dem Auftrag des ­öffentlichen Fernsehens ausklammern würde: Denn auch in der Unterhaltung spielt es eine Rolle, ob sie in Hollywood, in Deutschland oder eben in der Schweiz produziert und entsprechend auf ein ­spezifisches Publikum ausgerichtet ist. Und gerade in der Unterhaltung werden zum Teil wichtige gesellschaftliche Muster und Werte verhandelt. Und auch hier ­verhält es sich so, dass viele beliebte Unterhaltungsangebote im TV zu teuer sind, um sie über den Markt finanzieren zu ­können. Erst recht gilt das für die eigenfinanzierten Programmteile, für eigene ­Serien und Filme beispielsweise. Die SRG finanziert heute das Schweizer Filmschaffen jährlich mit rund 40 Millionen Franken. Ohne diese unter anderem über den «pacte de l’audiovisuel» entrichteten Gebührengelder wäre der Schweizer Film tot.

Unschweizerisches Gedankengut

Die Initianten von «No Billag» geben an, sie wollen vor allem ein Mediensystem ohne Gebühren, aber die Texte auf ihrer Website machen einen andern Aspekt sichtbar: Sie zielen auf die Unabhängigkeit der SRG und deren kritischen Journalismus, indem sie die Redaktionen und Journalistinnen und Journalisten der SRG als «staatsabhängig» diffamieren.

Das ist zuerst einmal ein schlechter Witz. Diese Verleumdung aber hat System und legt eine zutiefst unschweizerische Gesinnung der «No Billag»-Initianten offen: Der Staat (also die Schweiz) seien nicht wir alle, vertrete nicht die Interessen der Mehrheit, vielmehr wolle «die Politik» die Bürger entmündigen (so nachzulesen auf der «No Billag»-Website). Und die SRG (benannt als «Staatssender») sei von genau diesem Staat abhängig, ja fungiere gar als «Sprachrohr der Staatsmacht». Das ist eine absurde Verschwörungstheorie. Würden jedoch Medien wie die SRG zerstört werden, würde die Medienvielfalt reduziert und es blieben nur noch Medienhäuser übrig, welche sich kommerziell lohnen. Dann entscheiden allein jene Unternehmer darüber, wie die schweizerische ­Medienlandschaft aussieht, welche diese privaten Medien besitzen. Sie entscheiden dann auch darüber, wie der publizistische Kurs eines Mediums definiert wird, was sich kommerziell rentiert, wo entsprechend investiert oder abgebaut wird und ob allen­falls ­Medienhäuser auch an ausländische Besitzer oder solche mit politischen Zielen ­verkauft werden. Private Medienhäuser bieten selbstverständlich auch gute journalistische Leistungen. Diese sind aber nicht an einen öffentlich definierten Versorgungsauftrag gebunden, der Unabhängigkeit, Vielfalt und Nachhaltigkeit im Medienangebot garantieren soll. Dieser Versorgungsauftrag ist in der Bundesverfassung heute so umschrieben: «Radio und Fernsehen ­tragen zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung und zur Unterhaltung bei. Sie berücksich­tigen die Besonderheiten des Landes und die Bedürfnisse der Kantone. Sie stellen die Ereignisse sachgerecht dar und bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck.» Mit der Annahme der «No Billag»-Initiative würde er aus der Verfassung wegfallen.

Wie weiter?

Die eidgenössische Initiative ist im Dezember 2015 eingereicht und die Gültigkeit im Januar 2016 von der Bundeskanzlei bestätigt worden. Was löst die Initiative jetzt unmittelbar politisch aus?

Das Volksbegehren geht zuerst an den Bundesrat, der dem Parlament eine Botschaft vorlegen muss. Theoretisch wäre es denkbar, dass die Volksabstimmung noch in diesem Jahr stattfinden könnte – wahrscheinlich ist es allerdings nicht. Das hängt von den Entscheiden von Bundesrat und Parlament ab. Der Bundesrat kann sich für ­seinen Bericht ans Parlament bis zu einem Jahr Zeit lassen. Dann entscheiden die beiden Räte, ob sie die ­Initiative mit einer Empfehlung zur Volksabstimmung vorlegen wollen oder ob sie dazu einen Gegenvorschlag ausarbeiten. Im ersten Fall hat das Parlament ab Einreichen der Initiative maximal 30 Monate Zeit, um seinen ­Beschluss zu fassen. Entscheidet sich das Parlament für einen Gegenvorschlag, kann die Bundesversammlung diese Frist um ein Jahr ­verlängern. Nach Entscheid in den Räten muss dann innert zehn Monaten die Volksabstimmung stattfinden. Das heisst: Noch in diesem Jahr wird der Bundesrat zur Initiative Stellung nehmen müssen. Die Volksabstimmung könnte 2018, wird aber eher 2019 stattfinden. Möglich wäre sogar erst im Folgejahr.

Das heisst, dass sich die Medienlandschaft und die politischen Voraussetzungen bis zu einer Volksabstimmung noch werden verändern können. Dennoch wird das ­Thema ab heute aktuell sein. Einerseits, weil eine frühere Volksabstimmung möglich ist. Und auch, weil ein Entscheid im Parlament über einen Gegenvorschlag fast so wichtig sein kann wie die Volksabstimmung.

Kann man über die Chancen von «No Billag» spekulieren? Die Abstimmung über das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) vom vergangenen Juni hat der SRG aus verschiedenen Motiven indirekt einen Schuss vor den Bug gesetzt – auch wenn es nicht um die SRG, sondern um das neue Gebührensystem ging. Trotzdem gab es ein knappes Ja. Daraus kann man folgern, dass eine radikale «No Billag»-Initiative vom Volk abgelehnt würde. Wird dem Volk neben der «No Billag»-Initiative ein zweiter, sogenannter Gegenvorschlag zur Abstimmung unterbreitet, kann das für die SRG aber gefährlich werden. Ein Gegenvorschlag wird vom Parlament formuliert und braucht die Zustimmung von beiden Räten. Es wäre durchaus ­möglich, dass ein solcher Gegenvorschlag verlangt, die SRG müsse ihr Budget um zum Beispiel 50 Prozent reduzieren. Dann können die Stimmbürgerinnen und -bürger zwar zweimal Nein stimmen. Aber sie können auch einer Softvariante von «No Billag» zustimmen – und das kann für viele verlockend sein: «Die SRG soll ihre Leistungen doch mit der Hälfte der Gelder realisieren.» Offen bleibt dabei aber die Frage, was damit verloren gehen würde. Und ebenso, welche Auswirkungen es hat, wenn der öffentlich definierte und finanzierte Auftrag kein breites ­Angebot für ­viele verschiedene Bedürfnisse mehr rea­lisieren kann. Denn was im heutigen ­Angebot unnötig oder verzichtbar wäre, darüber gehen die Meinungen weit auseinander – wie es die Nutzung der ­vielen Programmangebote der SRG zeigt.

Text: Philipp Cueni

Bild: Illustrationen, Vaudeville Studios

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Kein qualitativ hochwertiger Service public ohne Radio- und Fernsehgebühren

Der Bundesrat empfiehlt dem Parlament, die eidgenössische Volksinitiative «Ja zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren (Abschaffung der Billag-Gebühren)» abzulehnen. An seiner Sitzung vom 19. Oktober 2016 hat er die entsprechende Botschaft ans Parlament verabschiedet.

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  1. Alex Schneider 10.02.2016 06:08


    SRG: Nach Gebührenentscheid muss Programmrevision folgen!

    Nach dem vernünftigen Gebührenentscheid im revidierten Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) muss als zweiter Schritt die Überprüfung der SRG-Programme folgen. Es stellen sich insbesondere folgende Fragen:

    1. Warum gehören das permanente Ausstrahlen von Kriminal-, Gewalt- oder Horrorfilmen und die Raser-Animation Formel-1 zum Service public?
    2. Warum kann man die Ausstrahlung von Klamauk-Formaten (zum Beispiel Reality-TV) und von seichten, synchronisierten US-Unterhaltungsfilmen nicht einfach den privaten Fernsehkanälen überlassen werden?
    3. Warum gibt es keine Transparenz bei den Einschaltquoten für einzelne Sendungen? Wo liegt die Schmerzgrenze bei Sendungen für kleinste Minderheiten? Sollte man solche Minderheiteninteressen nicht besser durch Printmedien abdecken lassen?
    4. Warum brauchen wir mehrere Vollprogramme von 6 bis 24 Uhr? Könnte man nicht mehr Wiederholungen ausstrahlen?

    Mit Sparmassnahmen an der richtigen Stelle könnten Gebühren gesenkt, die Werbefenster verkleinert oder mehr und bessere eigenständige Sendungen produziert werden.

    Übrigens: Die Politik hätte sich schon lange um den konkreten Programmauftrag kümmern können, tat sie aber nicht.

  2. Simon Studer 10.02.2016 07:42

    Im Klartext heisst es eigentlich: "Wir produzieren Programme, die das Publikum (dieser Programme) nicht selber bezahlen will. Deshalb ist es unerlässlich, dass auch andere, nicht zum Publikum gehörende, zur Zahlung gezwungen werden (inkl aller Konsequenzen, d.h. Gewaltanwendung, bei Zahlungsverweigerung)."

  3. Martina Hasler 10.02.2016 10:32

    Alles gut früher funktionierende wird in der heutigen Zeit kaputt gemacht. Nicht nur das TV auch das Gesundheitswesen ..Swisscome..resp.PTT wurde schon.. Krankenkassen und anderes. Ich bin froh, habe ich dieses Alter und hatte Glück, keinen Krieg gute Arbeitsbedingungen schöner Beruf . Durchhaltevermögen und Sorry aber jetzt geniesse ich das Rentnerdasein...Was wohl eine Netiquette ist? wir sprachen auch noch ein rechtes Berndeutsch..Danke und wünsche viel Glück und eben Durchhaltevermögen ..

  4. Cédric Bachmann 11.02.2016 16:45

    Statt sich über die Initiative zu beschweren und mediale Kreuzzüge dagegen zu führen, sollte sich die SRG lieber Gedanken um eine alternative Finanzierung und verschlüsselte Bezugskanäle (inkl. Bezahlmöglichkeiten) machen, für diejenigen, die diesen "Service Public" AUCH WIRKLICH WÜNSCHEN. Alles andere ist Zwängerei!

  5. Markus Holzer 11.02.2016 17:51

    Wenn ich mir vorstelle, dass sogar dieser Kreuzzug seitens SRG anscheinend zum Service Public gehört und auch noch von mir mitfinanziert wird, dreht sich mir der Magen um. Mittlerweile hoffe ich inständig, dass das Schweizer Stimmvolk die Scheinwelt der SRG durchschaut und dem Ganzen einen Riegel schiebt. Anstatt hier herum zu lamentieren, täte die SRG gut daran, sich hinzusetzen und Alternativen zu den Zwangsgebühren in Betracht zu ziehen. Ich für meinen Teil werde meine Kräfte in den Dienst der Initianten stellen, weil ich ein freier Bürger in einem freien Land bin und deshalb auch FREI entscheiden will. welche Dienstleistungen ich nutzen und bezahlen möchte.

  6. Christian Hunziker 11.02.2016 18:06

    Der Artikel ist ein Witz. Ich unterstelle mal das man hier entweder kein Bisschen verstanden hat was das eigentliche Ziel der Initiative ist, oder einfach generell dagegen wettert und die Opferrolle versucht einzunehmen.

    Sie reden als ob die ganze Schweiz auf die Dienstleistungen der SRG angewiesen wäre. Vielen no-Billag Unterstützern geht es ganz einfach gegen den Strich gezwungen zu werden hunderte Franken für altertümliche Angebote zu zahlen, die sie nicht konsumieren.
    Der altmodische Medienaparat SRG sollte sich lieber mal damit auseinandersetzten wie man im Internetzeitalter die Kunden mit on-Demand Inhalten versorgt.

    Wie wärs damit nach Abschaffung der Zwangsgebühr individuelle Angebote zu bieten, welche die zahlen können, die das auch wollen? Haben Sie so Angst dass niemand das SRF Angebot für zahlungswürdig hält?

    Stattdessen klammert man sich an Rentnerformate und verpasst die Chance mit on-demand services (siehe Spotify und Netflix, falls noch nie davon gehört), die junge Generation zu erreichen.
    Aber wer ändert schon freiwillig was solange die Kohle gesetzlich erzwungen "gratis" ins Haus flattert.

    Versuchen Sie ruhig weiter mit den armen Angestellten und dem ach so vielfältigen Programm uns ein schlechtes Gewissen einzureden. Irgendwann, spätestens wenn Generation Streaming am langen Hebel ist, wird sich schon was ändern.

  7. M. Baumann 11.02.2016 18:25

    In der Arbeitswelt läuft der Hase schon lange so: Rendiert eine Firma nicht, droht der Konkurs...
    Bei der Swissair gab es damals einen Aufschrei, aber auch der verstummte mit der Zeit! Also liebe SRG... Überlegt euch doch besser etwas und wartet nicht auf euer Grounding...
    Die Befölkerungs-Kuh will diese Milch von euch nicht trinken... Jetz müsst ihr die Zutaten neu mischen!

  8. Tom Huerlimann 11.02.2016 20:07

    Dieser Artikel ist ein Skandal. NoBillag heisst: NoSRG und NoSRG heisst NoMoney. NoMoney heisst selber schauen. Somit ist die Aussage des Präsidenten des Komitees keine Irreführung wie beschrieben, sondern eine logische Konsequenz und absolut korrekt: Die SRG muss sich selber finanizieren.

  9. Roman Wyss 11.02.2016 21:14

    Ich möchte auch "no SRG". Ich schaue nie TV, lese gerne und wenn ich etwas Seichteres möchte, schaue ich etwas auf YouTube oder eine BluRay. Mein Informationsbedürfnis decke ich mit Printmedien, die sowieso mehr Tiefgang bieten als Tagesschau & Co. Was denken Sie, gibt Ihnen das Recht, mir 400+ CHF jedes Jahr abzuknöpfen für absolut nichts? Das ganze SRG-Billag-Gebilde gehört m.E. abgeschafft.

  10. Jonas Mehr 11.02.2016 22:20

    Was ohne Zwangsgebühr nicht finanziert werden würde ist seinen Preis nicht wert.
    Es kann nicht sein, dass man Leute dazu zwingt, für etwas zu bezahlen, dass sie gar nicht konsumieren.

    Sie behaupten, private Sender können sich nicht durch den Markt finanzieren. Das mag auf dem manipulierten Markt von heute wahr sein; mit einem freien Markt hat das jedoch nichts zu tun, da ihnen der grösste Teil vom Kuchen von einem durch Zwangsgebühren aufgeblasenen Monster aufgefressen wird.

    Pay-TV scheint für sie eine Art Schreckgespenst zu sein. Sie behaupten es sei viel zu teuer. Allerdings bezahlen beim Pay-TV nur die, die auch konsumieren. Auch die SRG ist nicht gratis! Wenn die Politik Dinge "gratis" verspricht, heusst das eigentlich nur, dass man das Geld dafür allen Leuten wegnimmt. So gesehen ist die SRG auch Pay-TV, und zwar ein extrem teurer Sender, den man nicht abbestellen kann.

    Mit der Staatspropaganda liegen die Initianten völlig richtig. Leider ist die Reaktion auf solche Anschuldigungen immer die gleiche: sie wird als absurd abgetan, diejenigen die sie äussern werden als Verschwörungstheoretiker abgetan. (Das Phänomen heisst kognitive Dissonanz. Wenn etwas in Frage gestellt wird, das man schon seit langem fest glaubt, sträubt sich der Verstand dagegen, es zu akzeptieren.) Überlegen Sie mal: würde die SRG tatsächlich staatskritische Beiträge senden? Man beisst doch nicht die Hand, die einen füttert!
    Ohne den Staat würde die SRG doch niemals überleben. Diese Art von Berichterstattung wird nur durch alternative Medien übernommen. Das soll jetzt aber nicht heissen, dass die Politiker (oder auch die SRG) absichtlich das Volk betrügen. Die meisten wollen wohl tatsächlich nur das Beste, sind aber auch in ihrem etatistischen Denken gefangen.

    Um den Bogen wieder etwas zu schliessen: Wenn die SRG sagt, sie es sei nicht möglich, hochwertigen Journalismus ohne Zwangsabgaben zu betreiben, meint sie in Wirklichkeit, dass sie nicht fähig dazu ist. In einem alten, festgefahrenen und trägen Unternehmen ist das wohl auch schwierig. Neue, frische, innovative Medienunternehmen aus dem Privatsektor können das aber sehr wohl schaffen. Forausgesetzt, die SRG nimmt ihnen nicht den ganzen Kuchen weg.

  11. Sam Michler 12.02.2016 13:14

    Es braucht keinen teuer finanzierten staatlich linken Propagandasender mehr. Wenn ihr es nicht schafft euch privat zu finanzieren, habt ihr schlicht keine Existenzberechtigung. Am besten fangt ihr schon mal an zu sparen.

  12. M. Moser 12.02.2016 18:59

    Lizenzen für Spielfilm-Rechte, Sport-Rechte, Game-Show-Rechte - und natürlich deren Produktion auf Kosten der Allgemeinheit und immer konkurrierend mit privaten Sendern. Dabei gibt es nicht nur TPC, welche auch konkurrierend auf dem Privatmarkt tätigt ist. Eine Swiss TXT AG mit Ihren neuen Services Dito - und wahrscheinlich noch ein paar mehr? Ein SRF 4 Programm als Informationskanal (und nur über DAB / Digital zu hören) macht Sinn, aber Digital? - lieber ein SRF 3 Massenmedium machen, welches durch Private auch betrieben werden kann. Ein SRF 2 hat auch seine Berechtigung als Kultursender. Ein Nachrichten-Medium, ein Kommunikationsmittel als Broadcast ist wichtig und notwendig für eine Gesellschaft, dies war ein wichtiger Fortschritt und muss sichergestellt sein. Dafür braucht es aber keine Zwangsgebühr und auch nur ein paar wenige 100Mio's. Hier hätte die Politik die Rahmenbedingungen setzen müssen als das öffentlich rechtliche Medium seinen Lauf zu lassen. Die Welt hat sich verändert, das Konsumverhalten von digitalen Medien auch, sowie die technischen Mittel, welche heute der Gesellschaft zur Verfügung stehen.
    Gerade Produktionen wie der Bestatter finden heute, wenn sie gut sind einen Absatzmarkt (Netflix verfügbar, oder Swisscom TV, etc.). Das muss aber sicher nicht über die Allgemeinheit bezahlt werden - welcher Auftrag der Öffentlichkeit liegt hier zugrunde?
    Und zuletzt: Die Stimmungsmache auf einem SRG Kanal geht schon gar nicht!

  13. Kushtrim 21.02.2016 22:34

    Wen man überlegt das in der ganzen schweiz jeder haushalt gezwungen wird, diesen anteil von ca. 452.- zu bezahlen ist es viel mehr geld als man braucht, den normalerweisse ist das was mehr ist ein gewinn, aber ein gewinn ist etwas wofür man bezahlt hat um etwas zu bekommen und nicht gezwungen bezahlt hat. Reine abzockerei!

  14. Alex Buchli 25.05.2016 20:35

    Die Generation streaming, das Schreckgespenst der SRG.
    Eine Generation von Digital Natives die nicht weniger Medien konsumieren, als die Generation, welche die SRG gross gemacht hat, im Gegenteil. Es ist eine Generation, welche die traditionellen Angebote (Fernsehprogramme, Radio) gegen Angebote wie Spotify, iTunes und YouTube eingetauscht hat, da diese die Bedürfnisse dieser Generation abzudecken wissen - etwas, was die SRG gänzlich verschlafen hat.
    Die SRG bietet keinerlei Mehrwert mehr für diese Generation, dieser Generation konsumiert die von der SRG produzierten Formate nicht mehr und kann gut darauf verzichten. "No billag" heisst für diese Generation nicht "No SRG", es heisst für diese Generation schlicht und einfach: "Nicht für etwas bezahlen zu müssen, was nicht (mehr) gebraucht und auch nicht ausdrücklich gewünscht wird".

    Eine berechtigte Reaktion. Niemand bezahlt gerne für Dinge, die Ihm gegen den eigenen Willen aufgezwängt werden.

    Die SRG bekommt die unsichtbare und regelnde Hand des Marktes (bzw. des Volkes) zu spüren doch anstatt sich zu überlegen, wie der jungen Generation für diese 450CHF ein echter Mehrwert (den es derzeit nicht gibt) angeboten werden kann, wird rumgejammert. Es scheint fast so, als ob man der Ansicht ist, dass diese neue Generation (welche viel bezahlt und nichts bekommt) der SRG völlig unerständlicherweise den Geldhahn abdrehen möchte.

    Muss hart sein, hier fast nur solche und ähnliche Kommentare zu Gesicht zu bekommen.
    Neue Generation, neue Bedürfnisse, das Einzige was bleibt ist der stete Wandel. Den scheint die SRG bei der Generation streaming gründlich verschlafen oder ignoriert zu haben und das war nun die Quittung dafür.

    Ein paar Jahre könnt Ihr ja noch so weitermachen, wir werden dann ja sehen, was das Volk möchte. Ein Glück für euch, dass viele der jungen Stimmbürger sich nicht aktiv an der politischen Gestaltung beteiligen, wird euch wohl noch etwas Zeit verschaffen. Hoffe Ihr nehmt diese Warnung ernst und nutzt die Chance. (Hey - Ich gönne euch eure Jobs und will auch nicht, dass Ihr auf der Strasse landet! Aber wenn ich schon die 450CHF bezahlen muss, dann will ich im Gegenzug auch irgend etwas dafür bekommen, was mir Freude macht. Sonst reut mich das Geld und ich komme auf dumme Ideen wie z.B. eine "No Billag"-Initiative zu starten und das wollen wir nun wirklich nicht).

  15. Dieter Hafner 10.01.2017 18:32

    Zu wenig wird in dieser Diskussion die Notwendigkeit der politischen Ausgewogenheit von Radio und Fernsehen betont.
    Unbedingt müsste mehr auf die privat finanzierten, sehr einseitig oder verheerend oberflächlich informierenden TV Stationen in den USA (Foxnews) und Italien (Mediaset) hingewiesen werden.

  16. Beat Graf 08.03.2017 10:40

    Guten Tag,

    Der Ständerat befasst sich heute mit der «No Billag»-Initiative.
    Warum wird hier über die SRG-Homepage kein Live-Stream aufgeschaltet?

    Es geht imerhin um sie.

    Freundliche Grüsse,
    B.Graf

  17. SRG Deutschschweiz 08.03.2017 14:31

    SRF hat am Morgen die Debatte auf seiner Website live gestreamt. Die Ständeratsdebatte kann hier nachgelesen werden: https://www.srf.ch/news/schweiz/session/das-war-die-staenderatsdebatte-das-protokoll-zum-nachlesen

  18. Bernhard Hauenstein 16.11.2017 09:27

    Die Firma Billag (nicht die SRG) ist für mich ein rotes Tuch. Die Arroganz, welche sie mir gegenüber an den Tag gelegt hat, als sie mich (fälschlicherweise und von ihr verschuldet) des Schwarzempfangs bezichtigt hat, werde ich nie vergessen. Nun meine ich, gelesen zu haben, Billag sei der Auftrag zugunsten einer anderen Firma entzogen worden. Es würde der SRG gut anstehen, der Nachfolgefirma einen kundenfreundlichen und partnerschaftlichen statt den pseudo-obrigkeitlichen Geschäftsstil der Billag nahezulegen. Das sichere Wissen um einen Wechsel der Inkassofirma könnte mein Votum noch vom "ja" zum "nein" ändern.
    Freundliche Grüsse
    Bernhard Hauenstein

  19. SRG Deutschschweiz 16.11.2017 09:56

    Guten Tag Herr Hauenstein
    Ja, wie Sie vermuten, übernimmt eine neue Inkassostelle - die Serafe AG - die Administration der neuen Haushaltabgabe. Da An- und Abmeldungen in Zukunft wegfallen, fallen Kontrollen und der Aussendienst weg - wie auch der "Schwarzempfang" (sei es auch nur ein Vorwurf!). Die Daten, die für die Erhebung der Haushaltabgabe nötig sind, stammen aus den Einwohnerregistern. Sie werden von den Kantonen und Gemeinden an Serafe AG geliefert. Mehr dazu können Sie hier lesen: https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home/das-bakom/medieninformationen/medienmitteilungen.msg-id-65954.html .
    Mit freundlichen Grüssen
    SRG.D

  20. P. Baur 27.12.2017 21:39

    Die SRG erfüllt ihren Versorgungsauftrag nicht, weil sie sich nicht darum kümmert, ob jeder Haushalt ihr Angebot empfangen kann, und trotzdem verlangt sie von jedem Haushalt eine Fixgebühr. Die Swisscom wird in abgelegenen Streusiedlungen nie Glasfaserkabel legen, weil das ihnen nicht rendiert. Also könnte ich zum Beispiel nie eine Fernsehsendung empfangen, denn die Telefonkupferdrähte reichen dazu nicht aus. Radiohören könnte ich übers Internet, wenn ich im Wohnzimmer sitze und Däumchen drehe. Doch ausserhalb des Aktionsradius des Modems, dort wo ich arbeite, empfängt man nur das geistlose Radio BEO sauber. Radiosendungen aus der Westschweiz oder aus dem Tessin sind nicht auffindbar. Auch hier versagt die SRG. Und da argumentiert man immer wieder im Interesse des "Nationalen Zusammenhaltes"...sch.... drauf! Weg mit der Zwangsgebühr, nieder mit dem Konsumfaschismus!