Illustration zeigt einen erhobenen Zeigefinger, links oben den gezeichneten Kopf von Ombudsmann Roger Blum
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SRF-Berichterstattung solid – Beanstandung nicht unterstützt

Eigentlich muss sich eine Beanstandung jeweils auf eine bestimmte Sendung beziehen. Ein Beanstander liess es sich jedoch nicht nehmen, die politische Berichterstattung von SRF insgesamt zu beanstanden. Ombudsmann Roger Blum ging dennoch darauf ein.

Der Ombudsmann weist einführend darauf hin, dass der eingegangene Text streng formal die Auflagen einer Beanstandung nicht erfüllt. Da jedoch grundsätzliche Fragen angesprochen würden, sei dennoch darauf einzutreten. Grundsätzlich stellt Roger Blum fünf Kritikpunkte fest.

Bemühen um Aufklärung

Erstens sei die Berichterstattung von SRF, gemäss Beanstander, einseitige Propaganda, da nicht über alle Konfliktparteien gleichmässig berichtet werde und die Einzelereignisse nie in einen geschichtlichen Zusammenhang gestellt würden. Ombudsmann Blum kommt jedoch in seiner Beurteilung umgehend zum Schluss, dass von Propaganda keine Rede sein kann. Im Gegenteil stellt er bei der Betrachtung des SRF-Programms immer wieder ein echtes Bemühen um Aufklärung fest, wenngleich er Fehler natürlich nicht in Abrede stellen will.

Faktencheck, Transparenz und Einordnung

Zweitens verbreite SRF ungesicherte Fakten, so der Beanstander: Auch hier widersprechen sowohl Blum als auch die Redaktion bestimmt. Tristan Brenn, Chefredaktor SRF, betont, dass alle vorhandenen Quellen immer soweit möglich geprüft werden. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen ist dies oft zusätzlich schwierig. In diesen Fällen wird jeweils die Quelle transparent gemacht. Blum fügt hinzu, dass die Aussagen des Beanstanders teilweise nicht nur nicht gesichert, sondern schlicht falsch sind: Wie etwa die Behauptung, Russland habe kein Vetorecht in der UNO.

Auch der dritte (Vernachlässigung des Bildungsauftrags) sowie der vierte Kritikpunkt (mangelnde journalistische Qualität) sind bei genauer Betrachtung nicht begründet. Chefredaktor Brenn listet eine Reihe von Beiträgen auf, die eindrücklich belegen, dass SRF die neuere und neuste Geschichte – und nicht nur Kriege – in verschiedensten Formaten in den Fokus nimmt.

Beleidigender Vorwurf

Zuletzt wirft der Beanstander SRF vor, durch unkritische Berichterstattung am Tod von Millionen von Menschen mitschuldig zu sein. Hier betont Brenn, dass das Schweizer Fernsehen sehr wohl die Verantwortung für die Inhalte seiner Sendung übernimmt, die nach bestem Wissen und Gewissen im Rahmen der rechtlichen Vorgaben und in Befolgung der publizistischen Leitlinien produziert werden. Weiter weist er darauf hin, dass Kriege von Militärs aufgrund von Befehlen von Politikern geführt werden – nicht von SRF, weshalb die Gleichsetzung mit einer «Tötungsmaschinerie» schlicht beleidigend sei.

Zum Schlussbericht 5653

Text: SRG.D/lh

Bild: SRG.D/Cleverclip

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