Bild von Einblick in die Bundeshausredaktion: Von Berset, BAG und Bundesanwalt
SRG Zentralschweiz News

Einblick in die Bundeshausredaktion: Von Berset, BAG und Bundesanwalt

Bundeshausthemen waren und sind wegen des Coronavirus wohl noch mehr im Fokus als sonst. Zwar ist die Phase, in welcher der Bundesrat mit weitreichenden Entscheiden das Land praktisch im Alleingang regierte, vorbei. Doch auch in der «besonderen Lage», in der die Kantone wieder mehr Kompetenzen haben, muss SRF bei der Pandemiebekämpfung ebenso wie bei den Öffnungsschritten genau hinschauen.

Doch Corona ist längst nicht das einzige Thema: So rückten in den letzten Wochen die fünf Abstimmungsvorlagen für Ende September immer stärker in den Vordergrund. Die Pro- und Contra-Komitees sowie die Bundesräte legen ihre Argumente dar – für uns ist das Pflichtstoff. Daneben liefern wir hintergründige Abstimmungsvorschauen. Dazu kommt noch die scheinbar nicht enden wollende Causa Lauber – der Bundesanwalt hat mittlerweile gekündigt.

Relevanz und Ausgewogenheit

Das alles gibt entsprechend viel zu diskutieren auf der Redaktion: Auf was fokussieren wir? Was sind die wichtigen Stimmen? Was müssen wir heute besser machen als gestern? Die Morgensitzung ist dazu sehr wichtig.

SRF-Bundeshausredaktorinnen und -redaktoren liefern News-Beiträge, Online-Artikel, Hintergründe, News-Analysen, Live-Schaltungen und Interviews. Als Journalist hier zu arbeiten ist eine hochspannende Aufgabe, mit der auch eine grosse Verantwortung einhergeht. So verfolgen zum Beispiel in der Tagesschau fast eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer unsere Berichterstattung. Welches sind die wichtigsten Informationen zu einer Abstimmungsvorlage? Bei welchem Thema muss man nachhaken an der Pressekonferenz des BAG? Welches sind die wichtigen politischen Stimmen zu einem bestimmten Thema? Am Schluss muss ein relevanter, sachgerechter und ausgewogener Bericht dem Publikum einen Mehrwert bieten – in weniger als zwei Minuten Sendezeit.

Was politische Debatten betrifft gilt unter anderem das Prinzip «Best Argument». Es ist ein Fairnessgebot. Das heisst, man soll das zentrale, wichtigste Argument unserer Befragten der Debatte in den Beitrag miteinfliessen lassen.

Das Medienzentrum – innert Minuten zum Interview

Speziell an der Bundeshausredaktion: die Wege sind hier in der Regel relativ kurz. Wir arbeiten im Medienzentrum des Bundes, wo Print-, Radio- und Fernsehjournalistinnen unter einem Dach arbeiten. Für Medienkonferenzen muss man nicht einmal das Gebäude verlassen: Von unserem Büro im dritten Stock nimmt man einfach den Lift ins 2. UG und schon steht man vor dem grossen Konferenzsaal. Das Bundeshaus selbst ist nur zwei Gebäude weiter und diverse Bundesämter sind nur einen Fussweg entfernt. Da passiert es auch schon mal, dass man eine Protagonistin anruft und diese schon eine Viertelstunde später vor die Kamera für ein Interview bekommt.

Als TV-Journalist von SRF spürt man hier zudem den nationalen Zusammenhalt der SRG. Wir sitzen im gleichen Büro wie die Kolleginnen und Kollegen von RTS und RSI. Auch wenn die Redaktionen ihre eigene Themenplanung haben, hilft man sich manchmal auch gegenseitig aus mit Interviews oder Bildmaterial.

Im Medienzentrum steckt ganz viel Technik der SRG: im Notfall könnte man das SRF-Programm aus Bern senden – anstelle von Zürich Leutschenbach, wo der Schaltraum und das Sendezentrum bei Normalbetrieb ist. Von Sendestudios, Duplexkabinen, Regien bis Schnittplätze findet sich alles in diesem Gebäude, was es für Fernsehen braucht.

Plexiglas im Bundeshaus

Man darf gespannt sein auf die Parlamentssession im September, die unter speziellen Bedingungen im Bundeshaus stattfinden wird. Das Corona-Schutzkonzept beinhaltet Plexiglasscheiben und die Empfehlung, ausserhalb der Ratssääle eine Maske zu tragen. Doch vor allem politisch wird es interessant: Gerade die Debatte zum Covid-19-Gesetz, bei dem die Corona-Massnahmen in gültiges Recht überführt werden sollen, wird wohl eine Grundsatzdebatte über die Kompetenzen des Bundes auslösen. Für Journalistinnen und Journalisten sind es spannende Zeiten.


Sandro Della Torre ist seit März 2019 im zweijährigen Stage von SRF, in dem 12 junge Leute trimedial ausgebildet werden. Seit Ende Juni ist er auf Redaktionsbesuch bei der Bundeshausredaktion des Fernsehens. Auf dem Foto ist der Ausblick aus dem Büro der Bundeshausredaktion zu sehen. Copyright: Sandro Della Torre.


Stellen Sie Sandro Della Torre eine Frage

Brennt Ihnen eine Frage auf der Zunge? Oder möchten Sie ein Lob anbringen?

Mittels untenstehendem Formular können Sie Ihre Frage oder Ihren Input einreichen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit (bitte beachten Sie die Netiquette/AGBs)

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Ihr Kommentar wurde erfolgreich gespeichert und wird nach der Freigabe durch SRG Deutschschweiz hier veröffentlicht