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Programmbeobachtung: Ganz Ohr für eine spezielle Regi-Zeit

Die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen dominierte in den letzten Wochen unser Leben – und ganz besonders auch jenes der Medienschaffenden. Die Journalist*innen des Regionaljournals Zentralschweiz mussten unter erschwerten und neuen Bedingungen recherchieren, produzieren und senden. In der Hektik des Alltags und durch die Konfrontation mit völlig neuen Arbeitsweisen fehlte der Redaktion des Regionaljournals aber teilweise die Zeit, selbst noch zu reflektieren, was beim Publikum in welcher Weise ankommt. Eine Gruppe um Publikumsrat Emil Mahnig hörte deshalb vom 31. März bis zum 28. April 2020 während 4 Wochen alle Abendsendungen des Regionaljournals Zentralschweiz. Die acht Beobachterinnen und Beobachter führten ein «Corona-Tagebuch». Einmal pro Woche fasste Emil Mahnig, der die Beobachtung leitete, die Rückmeldungen in einem Gesamtbericht zusammen und mailte sie an die Leiterin des Regionaljournals Zentralschweiz Karin Portmann, welche die Rückmeldungen mit ihrem Team teilte.

Viel Lob und etwas viel Luzern

Alle Beobachtenden waren von der Arbeit der Zentralschweizer Regionalredaktion angetan. Sie sind der Ansicht, das Regionaljournal habe fundiert und qualitativ hochstehend über die Pandemie berichtet, den Lokalbezug stets hergestellt, es aber auch geschafft, über corona­freie Themen zu berichten und die verschiedenen Wahlgänge in der Region nicht zu vernachlässigen. Emil Mahnig fasst zusammen: «Ich durfte sehr viel Lob der Programmbeobachterinnen und Programmbeobachter an die Redaktion weiterleiten.»

Selbstverständlich habe es aber auch verschiedenste Kritikpunkte gegeben, «was bei einer solch intensiven und langandauernden Beobachtung normal ist», wie Mahnig ergänzt. Gerade zu Beginn wurde die «Luzernlastigkeit» der Berichterstattung öfters moniert. Diesem Problem sei sich die Redaktion bewusst, wie Karin Portmann sagt. Sie fügt erklärend an: «Wir versuchen stetig, andere Kantone zu berücksichtigen. Was aber nicht immer einfach ist. Denn Luzern ist das Zentrum und hier passiert viel. Ebenso kommuniziert die Luzerner Regierung sehr aktiv.»

Technische Probleme konnten die acht Beobachterinnen und Beobachtern kaum feststellen. Nicht bei allen Interviews war die Tonqualität gut. Aber wenn man bedenke, dass viele Beiträge im Home-Office produziert wurden, seien teilweise hallende Anmoderationen oder etwas scherbelnde Fragen zu entschuldigen, meint Mahnig.

Die Redaktion fühlt sich bestätigt

Für Karin Portmann, Leiterin des Regionaljournals Zentralschweiz, war diese Programmbeobachtung äusserst hilfreich: «Die SRG Zentralschweiz hat einen wichtigen und ganz direkten Beitrag zur Sendungsqualität in diesen turbulenten Zeiten geleistet.» Viele der Kritikpunkte der Programmbeobachterinnen und Programmbeobachter deckten sich mit der Selbsteinschätzung der Programmschaffenden. «Wir waren froh, zu spüren, dass unsere eigene Einschätzung auch in der Krise funktioniert», sagt Portmann.

Gefreut hat sich Portmann auch über die vielen Themeninputs der Beobachtenden sowie von weiteren Zuhörerinnen und Zuhörer. Allerdings – und das bedauert die Regi-Leiterin – könnten bzw. konnten verschiedene der vorgeschlagenen Themen nicht in der Sendung behandelt werden. Nicht weil sie nicht spannend wären, sondern weil die Liste mit Themen lang, die Sendezeit und die Anzahl der verfügbaren Mitarbeitenden aber beschränkt seien.


Programmbeobachtung der SRG Zentralschweiz

Die SRG Zentralschweiz beobachtet mehrmals jährlich Fernseh-, Radio- oder Online-Produktionen von SRF aus der und über die Zentralschweiz. Konzipiert und durchgeführt werden die Beobachtungen von den Mitgliedern des Ressorts Inhalt. Mindestens bei einer Beobachtung im Jahr werden externe Personen eingebunden. SRG-Mitglieder können Beobachtungsthemen vorschlagen und bei laufenden Beobachtungen eigene Befunde per E-Mail mitteilen. Die Resultate der Beobachtungen sind öffentlich. Weitere Informationen, die nächsten Programmbeobachtungen und die Mitmachmöglichkeiten lesen Sie auf der Webseite der Programmbeobachtung.


Das Bild ist eine Collage mit einer Illustration des Corona-Virus. Copyright: SRG Zentralschweiz

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